Fotografie schärfen:
Gegen falsch gesetzten Fokus hilft’s nicht

Wenn ein Foto unscharf ist, kann man es schärfer machen? Ja und nein. Eine leichte verwackelte Aufnahme kann heute vielleicht durchaus geschärft werden. Ein falscher Fokus dagegen ist ziemlich endgültig. Und bisweilen ist das gar nicht so wichtig.

Feuer am Himmel: Wolkenfotografie von Heiko Rau

NIKON D3000 1/125s bei f4.2 mit 62mm Brennweite und ISO 250 „..and fire in the sky…“ © Heiko Rau

Heiko Rau aus Hattenhofen: Neulich abends hat sich mir am Himmel diese Szene geboten. Die tiefstehende Sonne beleuchtete isolierte Wolkenfetzen unter der dunkleren Wolkendecke, sodass ein starker Kontrast entstand. Ich habe umgehen die Kamera hervorgeholt und drauflos fotografiert. Da ein ordentlicher Wind ging, musste alles schnell gehen und ich habe nicht einmal die Einstellungen überprüft. Im Nachhinein habe ich gesehen, dass die Vollautomatik ausgewählt war.

Das Bild habe ich nachbearbeitet. Die Helligkeit habe ich weit heruntergenommen und die Sättigung leicht erhöht.

Dabei ist mir allerdings aufgefallen, dass das Bild – für meinen Eindruck – nur als Vorschaubild gut aussieht, spricht in recht kleiner Auflösung.

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Tierfoto:
Das Picknick-Pferd

Für Tiere gilt als Fotomotiv das gleiche wie für Menschen: Am interessantesten sind sie, wenn man Ihre Gesicht sieht – und das heisst: Ihre Augen.

Pferdefoto im Gegenlicht

Picknickpferd – Nikon D5200, 1/320s bei Blende 4.8 mit 195mm Brennweite und ISO 500 © Patrick Geldmacher

Patrick Geldmacher aus Mühltal Ich habe mit meiner Frau ein Picknick in unserer wunderschönen hessischen Umgebung am Rande des Odenwaldes gemacht. Dabei nahm ich dieses Pferd auf, dass direkt neben unserem Picknick-Platz weidete.

Pferde im Gegenlicht sind ein dankbares Motiv, geschuldet der Mähne. Hier fehlt uns nur ein kleines bisschen mehr Gesicht…

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Makro-Fotografie:
Spinne mit Auftritt

Eine Makro-Fotografie wie ein Still-Photo eines Horror-Films aus den Siebzigern: Die Tarantel, die nicht zu sehen ist, wirkt grade deshalb furchteinflössend schön.

Makrofoto einer Spinne, die auf einen Ast klettert

Makrofotografie mit grossem Auftritt. Canon EOS 6D , 1/60s bei Blende 4 mit 100mm Brennweite und ISO 250. © Johann Schreml

Johann Schreml aus Bad Wörishofen: In einer Ausstellung in München fotografiert. Eigentlich wollte ich die Spinne als ganzes fotografieren, doch dies war auf Grund der starken Reflektionen des Terrariumglases nicht möglich. So entstand nach langem Herumprobieren dann dieses, aber wie ich finde, spannenderes Fotos als das eigentlich geplante.

Man ist geneigt zu sagen: Glück gehabt. Aber das wird Deinem fotografischen Können wahrscheinlich nicht gerecht, denn die Qualität dieser Aufnahme scheint mir kaum ein Zufall.

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Color-Key-Fotografie:
Die leuchtende Himbeere

Bilder wie dieses laden zum Spielen mit dem Color-Key-Effekt ein. Ich würde ihn aber immer ausschliesslich am Rechner und mit dem Raw-Material der Fotografie anwenden, niemals direkt in der Kamera.

Color-Key Aufnahme einer Himbeere

Color-Key-Himbeere Sony Alpha 6000, 1/250s bei Blende 5.6 mit 155mm Brennweite und ISO 2000 © Bernhard Ruhland

Bernhard Ruhland aus Eggstätt schreibt: das Bild „Himbeere“ entstand im Sommer 2016 in einem kleinen Waldgebiet. Das kräftige Sonnenlicht brachte die Himbeere zum leuchten und schuf in diesem Detailausschnitt eine tolle Stimmung. Aufnahmedaten: Alpha 6000, 1/250 s, Blende 5,6, 155 mm und ISO 2000 (das Foto wurde aus der Hand aufgenommen). Die Einstellung s/w und „selektive Farbe rot“ habe ich ebenfalls noch vor Ort vorgenommen. In PSE wurden dann einige kleinere Störstellen weggestempelt, sowie eine Tonwertkorrektur und ein Beschnitt vorgenommen. Hier allerdings musste ich von den klassischen Vorgaben (Drittelregel bzw. goldener Schnitt) abweichen, da ich neben der Himbeere auch das sonnenbeschienene Blätterdach drauf haben wollte. Ich habe mich daher entschieden, die Himbeere ins Zentrum einer Fibonaccispirale zu legen, um so den harmonischen Ansprüchen Rechnung zu tragen. Ganz sicher bin ich mir aber nicht, ob der Leerraum links nicht zu dominant ist und die Lichtreflexe stören. Was haltet ihr davon, eure kritische Meinung interessiert mich!

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Landschaft mit Schafen:
Smartphone-Fotoromantik

Eine gute Fotografie braucht nicht unbedingt eine hohe Auflösung. Bisweilen kann der „Weichzeichner“ einer Pixelreduktion sogar einen zusätzlichen Reiz ins Bild bringen.

iPhone-Foto: Schafe in grüner Landschaft

Schafe vor Grün iPhone 4S © Kerstin Hermelink

Kerstin Hermelink aus München schreibt: Diese Aufnahme habe ich im Sommer 2016 mit einem i-Phone im Northumberland National Park gemacht, in einer völlig menschenleeren Landschaft.

Smartphone (oder iPhone-)-Fotografie ist ja inzwischen, wenn man den Kursangeboten folgt, eine eigene fotografische Disziplin. Das hat durchaus seine Berechtigung, denn die technischen Eigenschaften wie auch die ungewohnte Handhabung der Geräte verlangen in paar eigene Regeln, damit man das einfängt, was man gesehen hat. Hier ist ein wunderbares Bild gelungen, das trotz oder sogar wegen der geringen Auflösung bezaubert.

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Tierfotografie:
Soaking up the Sun

Für angehende Tierfotografen sind Reptilien dankbare Modelle: Sie halten wenigstens zeitweise absolut still. Wie diese Echse in Arizona.

eidechse

Canon EOS 550D, EF70-300mm f/4-5.6 IS USM 160mm, 1/200s, f/10, ISO 100, © Jean-Claude Thelen

Jean-Claude Thelen aus Ottery St. Mary, UK: Ich habe diese Eidechse im Saguaro National Park in Arizona fotografiert, eins von den einzigen Tieren das mir Zeit gelassen hat mit den Kamera herum zuspielen. Ich sass ein paar Stunden im National Park um Tiere zu fotografieren und ich glaube dass diese meine beste Aufnahme ist.

 

Sie sind zwar blitzschnell, wenn sie laufen, aber wenn sie stillstehen, dann stehen sie STILL: Eid- und andere Echsen sind perfekt für Fotografinnen und Fotografen, die keine bewegten Ziele in den Fokus kriegen.

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Orang Utan:
Ein Bild auf den Punkt bringen

Mit wenigen Schritten kann man in Lightroom ein gutes Ausgangsfoto extrem aufwerten. Bildschnitt, Kontraste und Lichtführung bringen das Bild auf den Punkt.

orangutan

Simon K aus Heusweiler schreibt zu diesem Bild: „Orang Utans sind sehr gefährdete Tiere. Mein Traum ist es einen in freier Wildbahn zu sehen. Leider war mir das bisher nur in Zoos möglich, doch dort sehe ich immer öfters eine Traurigkeit in ihren Augen.“

Du hast bei Deinem Foto ein gutes Auge gehabt und die Motiv-Situation des Orang Utans erkannt und im Bild festgehalten. Es scheint, dass der Orang Utan Blickkontakt zum Betrachter aufnimmt, was meiner Meinung nach das existentielle an diesem Foto ist. Dass er einen traurigen Blick hat, finde ich eigentlich nicht.

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Ameisen-Dinner:
Wie gross ist ein Makrofoto?

Makrofotografie will Kleines möglichst gross abbilden. Ein hochwertiger, grosser Sensor tut dies aber etwas weniger stark als ein kleiner. Und es ist nur eine mässig gute Idee, das Foto nach der Aufnahme weiter zu vergrössern.

Ameisen beim Fressen Makrofotografie

Canon EOS 50D mit Tamron SP 90mm F/2.8 Di VC USD MACRO1:1 bei Blende 9, Belichtungszeit 1/125, 90.0 mm und ISO 800. © Markus Kellmann

Markus Kellmann aus Harpstedt schreibt zu diesem Bild:  Das Foto der Ameisen ist mir diesen Sommer gelungen. Nachdem ich lange erfolglos versucht habe sie an ihrem Loch zu fotografieren, habe ich einen Trick angewendet, um sie länger in Ruhe vor mir zu haben. Ich habe einen Tropfen Sirup auf die Steine geträufelt…und schon waren sie da…und blieben auch.

Was ist der Vergrösserungsfaktor eines Makro-Objektivs? Und was ist ein formatfüllendes Motiv? Dieses Bild wirft solche Fragen auf.

Farbfotografie fressender Ameisen: Wir sehen im Bildzentrum zwei Tiere, die an einem roten Berg in der rechten Bildseite zu fressen scheinen. Das vorne in der Schärfentiefen-Ebene liegende Tier spiegelt sich in der roten Masse, die bei genauem Hinsehen eine Flüssigkeit mit grosser Oberflächenspannung zu sein scheint. Weiterlesen

Annakolibri:
„Schnellschuss“, gelungen

Kolibris im Flug zu fotografieren, ist schwierig, obwohl sie vor den Futterblüten stehen bleiben. Hier ist es mit kurzer Verschlusszeit gelungen.

Annakolibri im Flug

Annakolibri – Canon EOS 100D 1/4000s bei Blende 5.6 mit 250mm Brennweite und ISO 640. © Matthias Hoffmann

Matthias Hoffmann aus San Carlos schreibt zu diesem Bild: Ein Schnappschuss bei uns im Garten. Der Kolibri nascht an einem mexikanischen Salbei. Das ganze ist mit verhältnismäßig einfachen Mitteln aufgenommen: Canon 100D und 55-250mm Objektiv (zusammen unter $600), kein Blitz, da hilft die kalifornische Sonne.

 

Heimweh ist das erste, was mich beim Anblick dieser Vogel-Fotografie (Affiliate-Link) ankommt – selbst im kühlen San Francisco waren die surrenden Winzvögel häufige Gäste an meiner Feuerleiter (Zuckerwasser vorausgesetzt). Sie sind nicht einfach zu fotografieren, aus mehreren Gründen.  Weiterlesen

Waldweg:
Fotografisches Haiku

Der Wald ist uns lieb, aber als Fotomotiv eine echte Herausforderung: Man sieht ihn vor lauter Bäumen nicht. Dennoch gibt es Linien und Möglichkeiten für eine Komposition.

Waldweg in Schwarz-Weiss

Aufgenommen mit: Canon EOS 40D + Tokina 12-24 mm f/8.0; 1/160s; ISO 200; 12,0 mm

Dirk Altehoefer aus Wittenbach: Waldweg. Bearbeitet mit RawTherapee. Umwandlung in sw; Kontrast angepasst und dann das Format von 3:2 auf 4:3 zugeschnitten.
So wollte ich die Bildaussage verdichten.

Es ist schwierig, Wald gekonnt zu fotografieren (Affiliate-Link). Einmal, weil man sich gezwungenermaßen auf etwas konzentrieren muss, was aber eben ob der Bäume schwerfällt. Und außerdem, weil das Auge an nichts wirklich hängen bleibt. Man schwimmt visuell im Grünen, und das kann sehr schnell langweilig werden. Ich selbst fotografiere deshalb nicht oft Wald – ich möchte immer irgendwie jemanden mitten hineinstellen. Aber davon unten mehr. Weiterlesen