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Silhouetten-Foto:
Das Fußball-Panorama

Ikonische Zeichen leben von der Reduzierung auf das Wesentliche und einer leichten Wiedererkennbarkeit. Beides ist in diesem Foto von Fußball-Fans gut verpackt, vor allem durch den starken Schwarz-Weiß-Kontrast.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Andi Gentsch).

Kommentar des Fotografen:

Jetzt trau ich mich mal. Das Bild entstand spontan während eines Fussballspiels in Cape Town. Ich war am experimentieren in den Katakomben mit verschiedenen Einstellungen. Schon im Sucher hat mir das Sujet gefallen. Hätte mich das Spiel, oder eher die Zuschauer, etwas weniger fasziniert wärs wohl noch zu einen weiteren Versuch mit einem etwas tieferen Winkel gekommen.

Ganz schwarz wollte ich den Rahmen nicht machen um die Stadionatmosphäre nicht ganz zu verlieren, das selbe gilt für die wenigen erkennbaren Elemente im Gegenlicht.

Ich habe im LR den Kontrast um 30 erhöht, den Schwarzwert und die Belichtung leicht angepasst und Dynamik und Sättiung runtergeschraubt. 1/60 bei f/3.5, ISO 100, BW 30mm

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Andi Gentsch:

Dieses Bild hat etwas Ikonisches. Genau genommen ist nichts zu erkennen, dunkle Schatten vor überstrahltem Weiß. Aber genau davon leben ikonische Zeichen im semiotischen Sinne. Durch die Reduzierung auf allein die Formen der Menschen wird das Bild so vereinfacht, dass relativ schnell und leicht zu erkennen ist, was die Umrisse der Menschen da machen:

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Sybille Bergemann:
Die Polaroids

Sybille Bergemann hat neben ihren Auftragsfotografien viel mit Polaroids gearbeitet. Es sind Unikate „vom Rand der Welt“, wie sie selbst bekannte.

Sybille Bergemann - Polaroids 1979 - 2010

Polaroids sehen, kaum haben sie Konturen angenommen, schon so aus, als seien sie vor Jahren bereits fotografiert worden. Diese Spannung zwischen dem „Jetzt“ und dem „Vergangenen“ finden wir in Sybille Bergemanns „Sofortbildern“, die erstmals zu sehen sind.
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Trend-Ikone:
David der jüngere

Das Studioporträt eines Jünglings mahnt nicht nur durch den entblössten Oberkörper an die Renaissance – es ist mehr eine Zeit- und Trendikone als ein individuelles Porträt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jens Richter).

Kommentar des Fotografen:

Portrait eines jungen Menschen, der zum ersten Mal vor der Kamera stand. Zum Ausdruck bringen wollte ich seinen tollen Körper und eines seiner Hobbies, Musikhören.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Jens Richter:

Ein Blonder Jüngling mit nacktem Oberkörper wiegt sich, die Hände der abgewinkelten Arme an grosse Kopfhörerschalen an den Ohren gelegt, vor einem dunklen Hintergrund. Der Junge Mann blickt, offenbar in die Musik versunken, abwesend rechts an der Kamera vorbei.

Es ist schon fast eine Ikone der Zeit, was Du hier fotografiert hast:

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Peter Lindbergh:
Mode auf der Straße

Ungeschönte Bilder statt gelangweilter Model-Posen: Peter Lindbergh durchbricht die künstliche Welt der Modefotografie – Straße statt Studio.

Peter Lindbergh: Angela Lindvall, Chris Dye, Harper‘s Bazaar, Warner Bros Studios, Burbank, California, USA, 2004

Natürlichkeit gibt Lindbergh, einer der weltweit renommiertesten Modefotografen, als Maxime an. Trotzdem inszeniert er seine Bilder sorgfältig, auch wenn die aktuell in Berlin zu sehenden Straßenfotografien einen unkalkulierbaren Anteil enthalten. Weiterlesen

Grand Central Station:
Dokumentarisiert

Wenig spricht dagegen, Ikonen zu fotografieren. Am Fotografen liegt es indes dafür zu sorgen, dass sie nicht zum Klischee werden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Alexander Holzknecht).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand in NYC, im Grand Central Terminal. Ein viel fotografiertes Motiv – klar ist es unglaublich schwer mit sowas „herauszustechen“. Trotzdem hat mir die „geschäftige“ Stimmung gut gefallen. Irgendwie lässt das Bild (v.a. in der finalen Bearbeitung) an alte Tage erinnern, als GCT vmtl. eine noch viel bedeutendere Rolle für die Stadt gespielt hat als heute. Blende f /8 ISO 400 (war notwendig, leider rauscht die Alpha200 da schon deutlich – schadet dem „Antik-Look“ aber vlt gar nicht) Verschlusszeit = 1/8 sekunde (länger wollte ich nicht, da sonst die Leute zu sehr verschwimmen) EV = -0,3 (Das mittelfenster brennt sowieso schon so leicht aus – ich wollte dem ein bisschen entgegen wirken)

Peter Sennhauser meint zum Bild von Alexander Holzknecht:

Die Halle der Grand Central Station (Grand Central Terminal, korrekterweise) in Manhattan, New York im Überblick von einer der beiden Treppen, die zu den Zwischenböden führen. Die Aufnahme in Schwarz-Weiss hält sich strikt an die Strukturen des Gebäudes und vermeidet Verzerrungen und stürzende Linien.

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Haus der Geschichte Bonn:
Bilder im Kopf

Wie Fotografien zu Bildern im Kopf werden und das Bewusstsein ganzer Generationen prägen, zeigt uns das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn.

Plakat zur Ausstellung Bilder im Kopf. Ikonen der Zeitgeschichte. Gestaltung: image-shift/Sandy Kaltenborn, Foto: ullstein bild/LeibingZwei Tage nach dem Beginn des Mauerbaus springt der 19-jährige DDR-Bereitschaftspolizist Conrad Schumann an der Bernauer Straße in Berlin über den provisorisch ausgerollten Stacheldraht in den Westen. Bildikonen wie dieser „Sprung in die Freiheit“ haben sich als Schlüsselbilder in das kollektive Gedächtnis der Deutschen in Ost und West eingebrannt und prägen unser Geschichtsbewusstsein. Weiterlesen

Michel Comte:
Glamour und Elend

Michel Comte ist ein vielgefragter Fotograf der Mode und der Stars. Aber er arbeitete auch für das Rote Kreuz und setzt sich als Reporter mit dem Geschehen in Tibet auseinander. Glamour auf der einen, Elend auf der anderen Seite.

Michel Comte: Carla Bruni, Vogue Italia, 1996Ja, Michel Comte ist genau der Fotograf, der die heutige französische Präsidenten-Gattin Carla Bruni seinerzeit hüllenlos abgelichtet hat. Ein Abzug des Carla Bruni-Nacktbildes hat vor einem knappen Jahr bei Christies‘ einen Auktionspreis von 91’000 Euro erzielt.

Aus den Presseunterlagen zu Comtes Retrospektive in Düsseldorf sind zwar Bilder „entfallen“ (ein Schelm, wer Böses denkt), aber dort im Düsseldorfer NRW-Forum sind die Bruni-Bilder zu sehen (und eins davon hier weiter unten).

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Steve McCurry:
Diese leuchtenden Augen

Steve McCurrys Porträt des afghanischen Mädchens mit den leuchtend grünen Augen ist in den Achtzigerjahren um die Welt gegangen. Nun können wir es uns in Iserlohn anschauen, bei der weltweit ersten Retrospektive des Magnum-Fotografen.

Steve McCurry: Afghanisches Mädchen,

Der Amerikaner Steve McCurry berichtet seit 30 Jahren aus den Krisengebieten weltweit, unter anderem über den Krieg zwischen Iran und Irak, den Zerfall des früheren Jugoslawien, aus Beirut, Kambodscha, Tibet, dem Jemen, den Philippinen und dem Golfkrieg. Er dokumentierte er die Ereignisse vom 11. September 2001 in New York und er reiste immer wieder – inzwischen 25 Mal – nach Afghanistan.

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Kultbilder in WienChe Guevara zum Achtzigsten

Che Guevara könnte im Juni seinen 80. Geburtstag feiern, würde er noch leben. Sein anhaltender Ruhm beruht vor allem auch darauf, dass es von ihm diese eine Fotografie gibt – die jedes Kind kennt. Diese Kultbilder sind im Original nun in Wien zu sehen.

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Alberto Korda: „Che“, Havanna 1960 © Alberto Korda

Nach dem Amtsverzicht von Fidel Castro erreichen Erleichterungen die kubanische Bevölkerung. Sie dürfen sich nun Mobiltelefone, Fernseher und Computer zulegen. Seit neuestem veröffentlicht die staatliche Zeitung Granma sogar Leserbriefe, die sich kritisch zu den Lebensverhältnissen auf der kommunistischen Insel in der Karibik äußern. Was Ernesto „Che“ Guevara, geboren am 14. Juni 1928, wohl dazu gesagt hätte? Wir wissen es nicht, denn 1967 starb er durch Hinrichtung gewaltsam in Bolivien.

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