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Kanu-Szene in Kanada: Eingeengte Berge

Die Komposition ist das komplexeste Problem der Landschaftsfotografie. Die Entscheidungen für Weitwinkel, Hochformat und Perspektive bilden im Idealfall eine sehr bewusste, auf die Bildaussage ausgerichtete Kombination.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christian Schmid).

Kommentar des Fotografen:

Mein Bild wurde vor 2 Monaten in Kanada am Lake Louise aufgenommen. Es war frueh am Morgen und somit waren noch nicht ganz so viele Touristen dort… Die Boot wurden gerade zu Wasser gelassen und ich hatte die Moeglichkeit noch schnell ein Bild zu machen… Habe die Canon T1i mit einem 18-55 Objektiv verwenden.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Christian Schmid:

Ein majestätisches Tal zwischen schneebedeckten Bergen, ein eisblauer Fluss oder See, durch dessen klares Wasser man im rechten Vordergrund des Bildes gesunkenes Treibholz erkennt, und im Vordergrund ein Holzsteg mit einer Reihe knallroter Kanus, die zu eimer Erkundungsfahrt einladen.

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Sportbild: Mitgezogen und eingefroren

In Sportbildern Dramatik und Bewegung zu vereinen ist nicht leicht – hier aber sehr gut gelungen.

Sportfoto Mitzieher radrennen kleines Mädchen

Sauber mitgezogen – im Zentrum des Interesses steht das Gesicht der Rennfahrerin.

Kommentar des Fotografen:

und noch eins aus der Serie bewegte Motive… Ich denke, die Anstrengung im Gesicht der kleinen Teilnehmerin ist so kurz vorm Ziel berechtigt, nachdem sie knapp 500m bei 40° Steigung alles gegeben hat. Hab besonders Probleme Dinge, die sich auf mich zu /weg bewegen, schwarf zu kriegen und die bewegten Teile (Räder etc) in Bewegung zu halten, dass es dynamisch aussieht…

Profi Jan Zappner meint zum Bild von stefan von ryssel:

Sportereignisse leben von der Anstrengung der Teilnehmer und der Begeisterung der Zuschauer. Der Kontrast zwischen entspannten Zuschauern und den hart um die Plätze kämpfenden Sportlern verdeutlicht ja erst die Anstrengung der Wettkämpfer:

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Kuhhintern: Weitwinkelfotografie braucht Absicht

Weitwinkelobjektive bieten viele Vorteile und Gestaltungsmöglichkeiten. Ihr Einsatz will aber bewusst gestaltet sein.

Leserfoto: Klick für Vollansicht und Kameradaten (© Stefan Brödner).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand beim Abstieg von einer Bergtour im Oberallgäu. Um die Kuh (den Jungbullen?) nicht zu dunkel erscheinen zu lassen, habe ich den integrierten Blitz benutzt und bin mit dem Ergebnis eigentlich sehr zufrieden. Bei einem Menschen hätte die kurze Brennweite wohl eher zu seltsamen Proportionen geführt, hier verstärkt sie meiner Meinung nach noch die Wirkung.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Stefan Brödner:

Jedes Objektiv hat sein spezielles Einsatzgebiet, für das es besonders gut geeignet ist. Das Weitwinkel, hier 15mm (22mm mit Brennweitenverlängerung), kann natürlich wesentlich mehr einfangen als ein 50 mm Standardobjektiv.

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Kornähren: Vom Winde verweht

Die Isolierung einzelner Objekte im Bildvordergrund kann in Naturfotos Tiefe schaffen. Und was tut man, wenn heftiger Wind weht?

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Herrmann Greiling).

Kommentar des Fotografen:

Diese Foto habe ich am 3. Juni 2009 bei starkem Wind mit der Nikon D60, Objektiv 18 – 55mm aufgenommen. Ziel war es Tiefe ins Bild zu bekommen. Meine Frage ist wie hätte ich es besser machen können, oder braucht man ein Weitwinkelobjektiv um wirklich Tiefe ins Bild zu bekommen?

Peter Sennhauser meint zum Bild von Herrmann Greiling:

Ich mag diese Bilder aus einer tiefen Perspektive, die einen ganz anderen Blick auf die Welt (oder mehr eigentlich: Aus der Welt) bieten. Allerdings hattest Du ein konkretes Ziel – Tiefe zu schaffen.

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Test Nikkor DX AF S 18-200mm VR 3.5-5.6 (2/2): Von Nah bis Fern

Nikons DX 18-200mm VR 1:3.5-5.6 Superzoom bringt an beiden Enden seines langen Spektrums sehr anständige Bildresultate. Wer kein religiöser Schärfenfanatiker ist, kommt mit diesem praktischen Allround-Glas auf seine Kosten.

Nikons DX 18-200mm VR 1:3.5-5.6 Superzoom bei 18mm und extremer Blende von 22: Scharf von vorne bis hinten. (Bild PS)

Es ist keine Billig-Linse, Nikons Nikkor DX 18-200mm VR 1:3.5-5.6 (Affiliate-Link), und es ist zugleich ein Superzoom: Kompromisse sind bei solchen Zoom-Objektiven, gerade wenn sie Weitwinkel- wie auch lange Teleaufnahmen ermöglichen, zu akzeptieren.

Objektiv-Schwächen sind in der Bildqualität vor allem in vier Bereichen zu finden:

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24 Stunden: Weite und andere Winkel

Klick für Legende und Vollansicht. (Bilder Keystone)

Verzerrt, verschwommen, von unten und oben – ungewöhnliche Perspektiven.

In der Rubrik „24 Stunden“ veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

24 Stunden: Wochenendstätte

Klick für Legende und Vollansicht. (Bilder Keystone)

Die Städte und Stätten des Wochenendes.

In der Rubrik „24 Stunden“ veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

Rätselbild: Blickführung nutzen

Bildelemente wie Formen, Kontraste und Gegenstände können dazu beitragen, unsere Sicht auf ein Foto zu lenken. Ein guter Fotograf benutzt alle Elemente, um für den Betrachter eine „Route“ zu planen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Chrisu Schlesiger).

Kommentar des Fotografen:

shines like a cup of cold tea in a winternightmare

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Chrisu Schlesiger:

Es ist oft sehr interessant, was Leute zuallererst bemerken, wenn sie ein Foto anschauen. Was jemand sieht und womit derjenige sich identifiziert, verrät viel über diese Person. Wenn ein guter Fotograf korrekt arbeitet, kann er fast jeden Betrachter nach seinen Vorstellungen durch ein Foto führen, abhängig davon, welche Botschaft er übermitteln will.

Bei diesem Foto ist das schwer, weil es verschiedene optische Signale sendet und nicht klar macht, worum es geht. Sollen wir zuerst auf die Frau oder zuerst auf den Hintergrund schauen?

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Landschaftsfotografie mit Tiefe: Vorder- braucht Hintergrund

In der Landschaftsfotografie braucht ein Motiv im Vordergrund einen angemessenen Hintergrund; eins im Hintergrund braucht einen Vordergrund. Das ist simpel, aber gar nicht so einfach umzusetzen. Erfahrungen aus dem Death-Valley-Workshop.

Bildschichtung: Der Vordergrund muss vorne sein, aber nicht nah. (© Peter Sennhauser)

Bildschichtung: Der Vordergrund muss vorne sein, aber nicht nah. (© Peter Sennhauser)

„Wow. Sieht es dort wirklich so aus?“ – diese Frage, und den unterschwelligen oder gleich darauf folgenden Vorwurf, mit Photoshop „manipuliert“ zu haben, kennt jeder Landschaftsfotograf (besonders ärgern dürften sich darüber die Spezialisten, die mit Grossformatkamera und Film unterwegs sind).

Die Antwort lautet: Nein, „dort“ sieht es nicht so aus. Denn „dort“ liegt eine dreidimensionale Landschaft, und das Bild davon ist zweidimensional, was schon mal der erste und grösste Unterschied ist. Weitere, wie Perspektive, Komposition, Licht und Farbe, etc kommen hinzu – es sind künstlerische Gestaltungselemente.

Aber die fehlende Räumlichkeit ist der gravierendste Unterschied der Abbildung zur Realität, was schon die Renaissance-Maler (wieder-) entdeckt haben. Folglich erweckt die Kunst, in einer Fotografie Räumlichkeit zu simulieren, die grösste Wirkung beim Publikum. Mein erstes gelungenes Bild im Death Valley erfüllt die meisten Regeln der Landschaftsfotografie streng nach Lehrbuch:

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Nikkor PC-E 24 mm 1:3,5D ED im Test: Der Aufsteller

Es gibt Objektive, die möchte man unbedingt mal ausprobieren. Das Shift/Tilt PC-E NIKKOR 24 mm 1:3,5D ED ist so ein Fall: Zum Kaufen ist das Perspektiven-Korrekturobjektiv, das für Architektur und Landschaft geeignet ist, etwas zu teuer. Doch man kann ja mieten.

Das Nikkor PC-E 24 mm 1:3,5D ED (Bild: W.D.Roth)Das Nikkor PC-E 24 mm 1:3,5D ED ist eine sehr neugierig machende Linse: Es bietet einen starken Weitwinkel, als Perspektiven-Korrektur-Künstler aber noch mehr: Die beim Kippen entstehenden stürzenden Linien sollen sich durch die Kompensation mittels der Shift-Funktion wie bei großen Plattenkameras korrigieren lassen.

Ebenso kann die Schärfenebene mit der Tilt-Funktion geneigt werden, so dass ebenso geneigte Motivebenen von vorn bis hinten scharf werden.

Doch da gibt es ein Problem: Das edle Stück kostet über 2000 Euro. Die wollen erstmal verdient sein.

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