Thema: Interpretation

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Interpretation:


 

Alle 27 Artikel zum Thema Interpretation auf fokussiert.com:

Fünf Stühle, vier Tassen, drei Gestaltungsebenen

Besondere Perspektiven machen selbst einfache Bilder schnell zu Hinguckern.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Martin Krenner).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Martin Krenner).

Kommentar des Fotografen:

Ein Tisch, vier leergetrunkene Tassen auf einem Tablett, aber fünf Stühle – Platz für Interpretationen! Das ganze auf dem graphischen Untergrund, fotographiert genau von oben.

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Martin Krenner:

Martins Bild stach aus den ganzen hoch geladenen Fotografien durch die klaren Strukturen und die relativ aussergewöhnliche Perspektive ziemlich schnell heraus. Auf den zweiten Blick kommt dann auch noch die ungewöhnliche numerische Aussage des Bildes zu Tage.

Doch zuerst einmal die Frage, was hat mich auf den ersten Blick von diesem Bild eingenommen. Klar, die erwähne Draufsicht. Diese sind wir nicht gewohnt, weil sie nicht unserem normalen Blickfeld entspricht. Wir sehen alles aus „Augenhöhe“. Da Martin mit der 42er Brennweite schon eine sogenannte Normalbrennweite verwendete, hat er sich mit dieser Vogelperspektive wieder etwas Spannendes einfallen lassen.

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Digitales Konzeptbild:
“Die Jungfrau” einmal ganz anders

Berühmte Künstler zu “zitieren”, ist immer mutig, sie umzuinterpretieren gewagt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Horst Hazfeld).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Horst Hazfeld).

Kommentar des Fotografen:

Tableau Vivant nach dem Gemälde “Die Jungfrau züchtigt den Jesusknaben vor drei Zeugen” von Max Ernst. Im Originalbild liegt der Jesusknabe mit dem Rücken nach oben gewandt auf dem Schoß der Maria. Der auf dem Boden liegende Heiligenschein – hier durch den Knebel ersetzt – symbolisiert die Entheiligung des Jesuskindes, ein unerhörter Vorgang. Das Bild war deshalb auch Anlass für die Exkommunikation Max Ernst´s aus der Katholischen Kirche. In meiner Interpretation wird der Jesusknabe durch den Fetisch – Frauenbeine – ersetzt, Requisiten wie die Reitgerte und der Knebel lassen Assoziationen zur SM-Szene zu. Der Kulissenartige Hintergrund wurde, passend zum Thema, aus der Fassade des Diözesanmuseum Köln in PS konstruiert. Der Wandel von Moralvorstellungen, Sexualpraktiken und Toleranz, oder Inntoleranz der Kirche, wird im Kontext des Originalbildes thematisiert.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Horst Hazfeld:

Dein Bild war für mich ein “gefundenes Fressen”, wie man so schön auf Deutsch sagt. Erstens einmal sehen wir so etwas hier nicht alle Tage, und zweitens MUSS man das Bild interpretierend besprechen, wovon ich sonst meistens (u.a. aus Platzgründen) absehe.

Berühmte Künstler zu “zitieren”, ist immer mutig, sie umzuinterpretieren gewagt. Wenn man dieses auch noch in einem anderem Medium tut… Zunächst einmal ein paar Worte zum Original:

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Industrielandschaft:
Industrial Color-Key

Der kleine Mensch inmitten von großen Maschinen: So wirkt diese Riesenrad-Szene in Schwarz-Weiß, bei der die größte Fläche farbig hervorgehoben wurde.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Lars Röglin).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Lars Röglin).

Kommentar des Fotografen:

Meine Interpretation einer Situation im Riesenrad im Wiener Prater: Mir gefällt, dass die zweite Person des romantischen Dinners praktisch vollständig vom Fensterrahmen verdeckt ist. Der rote ColorKey im kontrastreichen schwarz-weiß soll ein wenig an SinCity erinnern, da die eigentliche Szene ja eher romantisch ist. Bin gespannt auf die Profi-Kritik.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Lars Röglin:

Schwarz-Weiß-Fotos leben von Kontrasten und der Komposition. Spannend wird es, wenn durch den Color-Key-Effekt der Kontrast durch eine zusätzliche Farbe – im gezeigten Fall Rot – entsteht und damit die Aussage “Schwarz-Weiß-Bild” fast konterkariert wird. Außerdem kann ein Color-Key-Effekt durch übertriebenen Einsatz schnell kitschig oder peinlich wirken.

Beim Foto von Lars Röglin passt der Effekt jedoch erstaunlich gut.

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Annett Gröschner/Arwed Messmer:
Die frühe Berliner Mauer

Ein wahrer Schatz aus ehemaligen DDR-Archiven: Panoramafotografien der frühen Berliner Mauer. Annett Gröschner und Arwed Messmer haben sie aufbereitet.

Quelle: Barch-DVH 60, o. Angabe, Rekonstruktion und Interpretation Arwed Messmer

Quelle: Barch-DVH 60, o. Angabe, Rekonstruktion und Interpretation Arwed Messmer

Wir sehen: Die frühe Mauer war durchsichtig, noch nicht überall massiv, provisorisch mit Stacheldraht oder Zäunen abgegrenzt. Zum fünfzigsten Jahrestag des Mauerbaus sehen wir die Bilder in Berlin.

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Locationshooting:
Geschichte im Kopf

An grossartigen Lokalitäten braucht der Fotograf häufig gar keine aufwändig inszenierte Pose des Modells. Ein einfaches Situationsbild ist oft wirksamer.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Simon Schmitz).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Simon Schmitz).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild entstand, als ich mit einer Freundin ein paar Photos in einer alten Ziegelfabrik gemacht habe. Ich habe noch einen Stuhl mit zurück genommen und konnte dann die zufällig entstandene Distanz für dieses Bild nutzen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Simon Schmitz:

Eine junge Frau in leuchtend orangem Trägershirt, schwarzem Jupe und hohen Absätzen spatziert in dieser Farbaufnahme durch eine schmale, offenbar verfallende Fabrikhalle. Die Frau geht von der Kamera weg und richtet mit beiden Händen ihr Haar.

Auch wenn Dein Modell hier einen klaren Blickfang setzt – das eigentliche Motiv der Fotografie ist die Fabrikhalle – und es ist ein grossartiges dazu:

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Bewegtexperiment:
Inner Space

Durch Bewegung der Kamera lassen sich bisweilen faszinierende Effekte bewirken. Es lohnt sich, damit ausführlich zu arbeiten.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Thomas Renner).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Thomas Renner).

Kommentar des Fotografen:

Ein Experiment mit bewegter Kamera und langer Belichtungszeit. Wurde aus RAW entwickelt, Weissabgleich extra falsch gesetzt auf Trüb. Zu Anfang der Belichtung hab ich ruhig gehalten um danach um den Baum herum zu gehen (ca. 1/2 Umdrehung), die Kamerarichtung blieb dabei die selbe. Danach noch etwas PS (Gradationskurve, Tiefen und Lichter, “falsche” Nachschärfung der Mikrokontraste, Bereichsreparaturpinsel gegen den Sensorstaub).

Peter Sennhauser meint zum Bild von Thomas Renner:

Ein dunkles, grüngelbes Gebilde ragt in diesem Farbbild aus dem unteren Bildrand in das Zentrum der Aufnahme und breitet sich dort in feiner Verästelung aus. Zwischen den Ästen scheint helles Licht durch und vermittelt den Eindruck, durch eine adrige Membran zu blicken.

Die Überschrift dieser Besprechung habe ich mir von Hollywood geborgt: Es ist der Titel eines Films mit Dennis Quaid über die Reise eines auf Nano-Masse vekleinerten Piloten in einem U-Boot in einem Menschen – übrigens ein Remake des gleichen Themas aus den 60er Jahren:

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Zoo-Foto:
Starke Symbolik, perfekt umgesetzt

Durch Reduktion der Bildinhalte wird hier die Bildaussage verstärkt und Raum für Interpretationen geschaffen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Friedhelm Peters).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Friedhelm Peters).

Kommentar des Fotografen:

Zuerst einmal hoffe ich das ich das Bild in die richtige Kategorie eingeordnet habe. Was gibt es zu diesem Bild zu sagen, ich besuche gerne und regelmässig den Zoo. Besonders die Primaten habe es mir angetan, und sie zu beobachten ist eigentlich eine grosse Freude wenn da nicht (nicht nur bei den Primaten) immer wieder das ungute Gefühl hervorkommen würde, dass die Tiere gefangen sind, ihrer Freiheit, auf die wir so viel wert legen, beraubt. Dieses in ein Bild zu packen habe ich schon des öfteren versucht, aber so wirklich zufrieden war ich bisher nicht. Bei diesem Bild ist die Hand eines Schimpansenjungen, fast noch ein Baby, zu sehen. Gerade dadurch, dass die Hand so klein ist, kommt sie in meinen Augen besonders zur Geltung. In Anlehnung an ein berühmtes Lied habe ich das Bild auch “Sind so kleine ….” genannt.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Friedhelm Peters:

Ein Bild, das inhaltlich, formal und technisch alles richtig macht, um Spielräume zu schaffen und Emotionen zu wecken. Was ist hier richtig gemacht worden?

Zunächst wurde inhaltlich stark reduziert:

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Kunstwerk-Fotografie:
Problematische Interpretation

Kann eine Fotografie eines Kunstwerks selbst Kunst sein? Und welche Kriterien gilt es zu erfüllen?

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© André Hofmann).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© André Hofmann).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand vor längerer Zeit in einem stillgelegten IFA-Werk in Meerane. Nicht lange vorher fand dort eine IBUG-Veranstaltung statt (Industrie-Brachen-Umgestaltung), bei welcher dieses Kunstwerk entstand. Mich hat vor allem die Aussagekraft dieses Werkes beeindruckt, und so wollte ich dem Künstler auf meine Weise Respekt zollen.

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von André Hofmann:

Damit eine Fotografie einen Urheberrechtsanspruch erheben kann, muss sie eine genügende Schöpfungshöhe (in der Schweiz, siehe Kommentare im verlinkten Artikel – in Deutschland trifft das nicht zu) aufweisen. Beim Kunstwerk selbst (wie bei diesem Motiv oder einem Gemälde) ist das kein Problem. Bei einer fotografischen Reproduktion eines flachen Gemäldes besteht keine Schöpfungshöhe und der Fotograf kann deshalb auch kein Urheberrecht geltend machen. Bei Aufnahmen von dreidimensionalen Kunstwerken ist das aber möglich.

Abgesehen von diesen juristischen Fragen stellt sich für mich die Kernfrage, welchen Stellenwert eine Fotografie von einem Kunstwerk hat:

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Hochzeitsfoto:
Traumszene

Bisweilen lässt sich mit gezielter Überbelichtung auch jenseits von klassischem Highkey Spannung erzeugen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Tobias Senger).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Tobias Senger).

Kommentar des Fotografen:

Auf der Suche nach einer passenden Kulisse für ein Hochzeitsfotoshooting haben wir einige Probeaufnahmen auf dem Dach einer Kunsthalle geschossen. Die langen Fluchten und Treppen des Gebäudes hatten es mir angetan. Das Gegenlicht und die dadurch entstehende Überbelichtung des Bilds am Ende der Treppe wirkt hier meiner Meinung nach wie aus eine Traumszene. Man weiß nicht was die Person am Ende der Treppe erwarten wird. Das Bild habe ich noch bearbeitet indem in die Farbe der Person in der Sätting verstärkt habe und die Sätting im übrigen Bild etwas reduziert habe.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Tobias Senger:

Eine Junge Frau auf einer Treppenflucht, von unten gegen das helle Tageslicht fotografiert, blickt über die Schulter wie abwartend zum Fotografen. Die Fotografie brennt hinter der Protagonistin in gleissendem Licht vollständig aus. Der Fokus liegt im Vordergrund auf den Treppenstufen und den zahlreichen Linien, die in starken Diagonalen zu ihr und zum Fluchtpunkt hin verlaufen.

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Symbolfoto:
Einsam zu zweit

Die besten Symbolbilder stellt der Alltag bereit. Man muss sie aber sehen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Günter Bremm).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Günter Bremm).

Kommentar des Fotografen:

Das Foto wurde in Cuxhaven aufgenommen,am Abend eines ungewöhnlich sonnigen und klaren Frühlingstages. Als wir unsere Ferienwohnung verließen, sah ich die beiden älteren Herrschaften auf ihren Bänken sitzen und zückte sofort meine Kamera. Dann musste ich noch kurz meine Frau von der Treppe scheuchen, andere Passanten waren gerade weit und breit nicht zu sehen.

Ich hatte in diesem Fall spontan, ohne große Überlegung fotografiert (die Kamera befand sich im Automatik-Modus)und das Foto später auch nicht weiter beachtet. Um so überraschter war ich, dass es bei diversen Freunden und Bekannten bisher gut aufgenommen wurde. Über Eure Kritik würde ich mich sehr freuen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Günter Bremm:

Zwei Menschen sitzen, in fünfzig Metern Abstand, am jeweils em andern zugewandten Ende zweier Parkpänke auf einem Deich. Sie blicken, mit dem Rücken zur Kamera, hinaus auf den nicht sichtbaren Horizont.

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