4 zufällige Bildkritiken zum Thema Landschaft:
Alle 49 Artikel zum Thema Landschaft auf fokussiert.com:
Es gibt viel zu sagen über den simplen Akt, das Ambiente eines bestimmten Ortes oder einer bestimmten Zeit festzuhalten.
Kommentar des Fotografen:
Ein Sonntagsspaziergang im März. Eigentlich ein langweiliges Bild… aber mich hat das seltsame flache allgegenwärtige Nachmittagslicht fasziniert. Und soweit möglich, konnte ich die ruhige Stimmung glaube ich auch festhalten. Wollte mal wissen, ob die Stimmung auch transportiert wird?
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Thomas Fischer:
Von diesem Foto wendet man sich allzu schnell ab. Es gibt hier nichts Sensationelles oder Außergewöhnliches zu sehen. Obwohl es eine gewöhnliche Szene abbildet, vermittelt es eine Art atmosphärische Banalität. Dabei steckt einiges drin:
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Mondfotos sind eine faszinierende Sache – mit einem grossen Nachteil: Das Motiv ist immer genau gleich. Es sei denn, man bettet es in einen Vordergrund ein.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild entstand eines Tages nach meinen Training. Es ist ein voller Schnappschuss. Ich kam gerade im Winter von mein Klettertraining und habe den Mond vor mir gesehen und habe sofort meine Kamera aus dem Balkon gehangen und habe die Aussicht fotografiert, soviel Glück hatte ich bis her noch nicht gehabt um so einen tollen Mond zu fotografieren. (Das Bild habe ich mit dem PC nochmal heran geholt, vorher mit 250mm x1.6 fotografiert.)
Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Ken Wagner:
Ein zunehmender Halbmond im schwarzen Himmel. – Der Mond ist ein faszinierendes Motiv, allein schon deshalb, weil wir ihn häufig als sehr gross wahrnehmen, er aber kaum zu fotografieren ist – mit einer Kompaktkamera mindestens.
Ein starkes Tele ist unabdingbar, um ein Bild wie Deins zu schiessen, in dem die Krater zu erkennen und auch noch scharf sind. Aber mit der Brennweite gesellt sich sofort das nächste Problem zur technischen Problematik:
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Wer als Landschaftsfotograf bei vermeintlich “schlechtem” Wetter den inneren Schweinhund niederringt, dem winkt als Belohnung die Energie für Monate voller Motivation. Ein Erlebnisbericht.
Ich habe mir am Wochenenden auf dem Rückweg von Las Vegas (von der Elektronikmesse CES) einen Umweg durch die östliche Sierra Nevada gegönnt, um noch ein oder zwei Landschaftsshootings mitzunehmen. Die Fahrt durchs Death Valley nach Lone Pine und von da aus nach Norden via Bishop an den Mono Lake bietet eine Strecke voller versteckter Schönheiten. Aber häufig verstecken sich die grössten Schönheiten hinter nichts anderem als dem inneren Schweinehund. Wie wir gleich sehen werden.
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Mallorca gilt als 17. deutsches Bundesland, die Urlaubsinsel schlechthin. Marc Räder hat sich dort umgesehen und durch Tilting eine Modelllandschaft kreiert.
Die Aufmerksamkeit legte Marc Räder auf die ständige Veränderung der Insel durch den Tourismus. Die Verschwenkung der Schärfenebene, das Tilten, lässt Mallorca wie eine Spielzeuglandschaft erscheinen.
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Elger Esser fotografiert Landschaften, als wären es Stücke aus der Frühzeit der Fotografie. Seine Motive sollen sich aus der Zeit herauslösen, in der sie fotografiert wurden, und in ihrer “Eigenzeit” im Bild erfasst werden.
Elger Esser lehnt sich bewusst an Marcel Prousts “Temps perdu” an. Seine aktuell im Stuttgarter Kunstmuseum zu sehende Ausstellung nennt er “Eigenzeit”.
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Sonnenauf- und Untergänge, so überwältigend sie im Leben sein mögen, kommen in Fotos häufig nicht richtig zur Geltung. Das liegt an den Beschränkungen der Kamera.
Kommentar des Fotografen:
Wir waren daran in einem kleinen Waldstück hinter einem Hügel unser Nachtlager aufzuschlagen, als ich den knallgelben Himmel durch die Bäume wahrnahm. Ich schnappte die Kamera und lief den Hügel hinauf und wurde von der fantastischen Weite der Landschaft und dem noch gelben, wolkenverhangenen Himmel fast erschlagen. Was ich nun miterleben durfte war ein unbeschreibliches Spektakel, das mir erschien als ob ich in ein riesiges Lagerfeuer starren würde. Leider hatte ich kein Stativ dabei, um noch etwas mit der Belichtung zu experimentieren. Ich denke aber dass ich das Feuer so einfangen konnte wie ich es erlebt hatte. Ort: Balaklava, South Australia
Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Martin Lüthi:
Ein abendlicher Himmel, kurz nach Sonnenuntergang, im Süden Australiens. Die oberen zwei Drittel der Fotografie bilden in glühendes Rot und Gelb getauchte Wolkenstränge, die parallel zum Horizont verlaufen. Darunter ist eine Gruppe von Bäumen nur als Schattenriss zu sehen vor einem Horizont-Himmel, der in ein noch dunkleres Glutrot getaucht ist.
Sonnenauf- und Untergänge ziehen uns – obwohl sie täglich vorkommen – grundsätzlich in ihren Bann. Nur zwei mal am Tag ist das Licht so weich, so anders. Und wenn dann noch ein bewölkter Himmel mithilft, ist die Show häufig buchstäblich überwältigend.
Kein Wunder, stehen jeden Abend (und etwas weniger am Morgen) überall auf der Welt schätzungsweise Millionen Menschen mit ihren Kameras bereit, das Schauspiel einzufangen.
Und die wenigsten von ihnen werden zufrieden sein mit dem, was sie auf den Sensor gebannt haben.
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Nick Brandts Fotos aus der Tierwelt Ostafrikas wirken unwahrscheinlich, sind aber ganz wirklich. Brandt setzt den Mythos Ostafrika in Szene.
Wer hat die Giraffen vor dem dramatischen Himmel so perfekt aufgestellt, fragt man sich unwillkürlich. Und denkt an die Möglichkeiten von Photoshop. Aber Nick Brandt fotografiert die Tiere Ostafrikas tatsächlich vor Ort und analog auf Film dazu.
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Auch aus dem Ferienflieger lassen sich durchaus spannende Fotografien machen. Was dabei an Sorgfalt beim Auslösen fehlen muss, muss im digitalen Labor nachgeholt werden.
Kommentar des Fotografen:
Auf dem Flug von Frankfurt nach Chicago hatte ich rechtzeitig einen Fensterplatz reserviert um ein paar Luftaufnahmen machen zu können. Leider saß ich direkt hinter dem Flügel, sodass ein Teil der Sicht verdeckt war. Beim Überfliegen von Grönland konnte ich dann doch einige Bilder machen. Diese karge, menschenfeindliche und vermeintlich unberührte Landschaft hat mich beeindruckt. Mit den Reglern in Lightroom habe ich die Farbe aus diesem Bild gezogen und die Kontraste erhöht, um die Wirkung zu erhöhen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Jakob Adler:
Eine Landschaft auf Felsklötzen in einer Schneeebene – oder sind es Bergspitzen in einem gigantischen Nebelmeer?
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Bergsteiger sind angesichts der Gefahr und der natürlichen Schönheit, der sie ständig begegnen, oft religiös. Diese Aussage in einem Foto zu kombinieren, erreicht dieses symbolhafte Bild.
Kommentar des Fotografen:
Neulich auf dem Berliner Höhenweg in Tirol, beim Überqueren eines Gipfels, sah ich dieses Kreuz zwischen den Felsen. Ich mag die Perspektive, das Spiel zwischen Nähe und Weite. Das Foto ist eher intuitiv entstanden, ich hatte nicht die Zeit, um x verschiedene Dinge auszuprobieren. Die Bildwirkung entstand dann eher durch die farbliche Nachbearbeitung.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Tobias Schmidt:
Dieses Bild wirkt in groß. Als ich es zuerst im kleinen Vorschau-Format sah, ahnte ich, dass hier mehr verborgen liegt als eine schlichte Berglandschaft:
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Ein typisches Urlaubsbild: Für die Fotografin ein wunderbarer Moment, für die Betrachter ein lauer Sonnenaufgang mehr. Kann man das ändern?
Kommentar der Fotografin:
Am Morgen in Mallorca
Peter Sennhauser meint zum Bild von Melanie Steiner:
Es gibt wohl kaum ein typischeres Urlaubsbild als der Sonnenauf- oder Untergang am Meer, mit Wolken am Himmel, Spiegelung im Wasser und wenig, das uns im Bild festhält.
Und das, obwohl hier einiges passiert: Die Sonnenstrahlen schiessen über den Wolken durch den Himmel, die Sonne selber ist halb verdeckt von den Wolken, unten links ist ein Fischerboot und gradeaus in der Bucht etwas anderes, vielleicht ein Schwimmer, im Wasser zu sehen.
Aber Bilder wie dieses haben wir alle zu oft gesehen, meist wissen wir sogar, was die Fotografin ablichten wollte und leiden ein wenig mit ihr, weil auf dem Papierabzug einfach nicht ein Hauch der Stimmung aufkommen will, wie sie an diesem Morgen herrschte. Und meistens sagen wir jetzt irgendwas wie “ja, diese herrliche Morgenstimmung!” und versuchen vom Bild abzulenken, um nichts über die Fotografie selber sagen zu müssen:
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