Beiträge

Symbolfotografie:
Riesenrad im Kirchenfenster

Wie stark Eine Fotografie mit dem einfachsten Motiv sein kann, zeigt sich hier: Grafisch reduziert bis zum geht nicht mehr, inhaltlich so klar und eindeutig wie es nur sein kann, ein absolut starkes Stück.

Samsung Galaxy A3, 1/588s, Blende 1.9 3.7mm Brennweite und ISO 40 © Gregor Boos

Samsung Galaxy A3, 1/588s, Blende 1.9 3.7mm Brennweite und ISO 40 © Gregor Boos

Gregor Boos aus Lübeck: Das Bild zeigt den Blick auf das Riesenrad, dass zum Weihnachtsmarkt in Lübeck auf dem Koberg aufgebaut war, durch das Fenster des Heilig-Geist-Hospitals. In Heilig-Geist war zu der Zeit auch ein Weihnachtsmarkt, und ich hatte nur mein Telefon zum Fotografieren dabei. Die Fenster beginnen in mehr als drei Metern Höhe, so dass ich nachträglich die stürzenden Linien entfernt und das Bild so beschnitten habe, dass man nicht mehr die Stände der Händler unterhalb des Fensters sieht.

Die beste Kamera ist die, die man dabeihat. Was ist dazu noch mehr zu sagen? Eigentlich nur, dass es erstaunlich ist, wie toll Du das hingekriegt hast.

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Buick-Hochzeit:
Ein Spiegel ohne Inhalt

Bei Detailfotografien muss klar sein, was das Motiv ist, was es anzuschauen gilt – sonst wird die Aufnahme zum unfreiwilligen Wimmelbild.

Nikon D5200 Aufnahmedaten: 1/400s bei Blende 5/1 mit 250mm Brennweite und ISO 500 @ Patrick Geldmacher

Nikon D5200 Aufnahmedaten: 1/400s bei Blende 5/1 mit 250mm Brennweite und ISO 500 @ Patrick Geldmacher

Patrick Geldmacher aus Mühltal schreibt zu diesem Bild: Ein Freund von uns hatte für seine Hochzeit einen tollen, alten Buick mit dem das Brautpaar ein- und ausfuhr. Dieser war mit Blumen geschmückt, wie auf dem Bild zu sehen.

Deine Beschreibung trifft den Nagel auf den Kopf: Wir sehen, dass da ein Auto mit Blumen geschmückt ist. Aber mehr sehen wir nicht. Das kann nicht sein.

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Défilé:
Hochzeitsgäste in den Fokus

Offenblende-Fotografie ist gerade bei Anlässen mit Menschen ein hervorragendes Mittel, um ein Details aus der Masse herauszugreifen und in der Schärfe freizustellen. Allerdings muss man sich genau überlegen, was das sein soll.

Palästinensische Hochzeit

Canon EOS 6D 1/60s bei Blende 2.8 mit 70mm Brennweite und ISO 800. © Holger Vieth

Holger Vieth aus Freiburg schreibt zu diesem Bild: Dieses Foto ist auf der Hochzeit einer palästinensischen Freundin von mir entstanden – an Weihnachten in Bethlehem. Es war eine vergleichsweise multikulturelle und liberale Feier, wenngleich viele der Gäste deutlich traditioneller eingestellt waren als das Brautpaar. Ich meine, dass dieser Kontrast auch in dem Foto sichtbar ist.

 

Natürlich ist an einer Hochzeit die Braut das Wichtigste. Aber sie ist nicht immer das interessanteste – in diesem Bild wird das deutlicher als irgendwo.

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Baum mit Aussicht:
Mehr Überlappung

Landschaftsfotografie simuliert im Idealfall Tiefe durch Perspektive. Wenn man die Räume zu sehr trennt, kann das nicht gelingen.

Baum-mit-Aussicht

Baum mit Aussicht Fuji X-Pro2 1/210s bei Blende 9 mit 16mm Brennweite und ISO 200

Sven Koesling aus Untervaz schreibt: Dieser einsame Baum auf seinem Felsen fasziniert mich seit Jahren. Der Wind hat ihn so gebeugt, dass er einen rechten Winkel im Stamm hat. Für die Aufnahme habe ich mir einen Tag ausgesucht, an dem der Sonnenuntergang ein schönes Licht auf Stamm und Krone gibt.

Meinen Glückwunsch zu Deiner Beharrlichkeit, ein Motiv in der Landschaft über lange Zeit im Auge zu behalten und schliesslich zu fotografieren. Ich würde raten: Weiter machen, ausreizen, alle Varianten testen! (Affiliate-Link) Weiterlesen

Bachlauf-Foto:
Das Motiv isolieren

Landschaftsfotografie bietet viele Nischen für spannende Detailansichten – es muss nicht immer das Tal von vorne bis hinten sein. Gerade bei Wasserläufen ist wesentlich, dass sich der Fotograf für ein Motiv entscheidet.

Kamera: Canon EOS 600D Aufnahmedaten: 25/10s bei Blende 11/1 mit 104/1mm Brennweite und ISO 100

Canon EOS 600D, 2.5s bei Blende 11 mit 104mm Brennweite und ISO 100.

Fabian Rose aus Bingen: Diese Fot ist in unserem Urlaub im Harz entstanden. Es zeigt die Ilse etwas anders. Dies war mit der erste Versuch Bilder mit längerer Verschlusszeit und Stativ zu machen.

Ein Ausschnitt aus einem Bachverlauf zeigt diese Farbaufnahme. Der Fotograf scheint im Gewässer drin zu stehen und hat das Bächlein  aufwärts der Flussrichtung fotografiert. Ungefähr in der horizontalen Mitte der Aufnahme fliesst der Bach übher eine kleine Schwelle aus mehreren Steinen, von denen zwei mit herbstlich-buntem Laub bedeckt sind. Die Belichtungszeit hat das Wasser zu weissen Vorhängen verwischt. In den ruhigen Wasserpartien spiegelt sich ein eigenartig hellgrünes Licht. Weiterlesen

Motivsuche:
Nur Trophäen moderner Jäger und Sammler?

Meine persönliche Motivation bezüglich Fotografie auf dem Prüfstand. Fotografiere ich wirklich die „richtigen“ Motive? Oder gebe ich mich zu sehr der Trophäenjagd hin und kümmere mich zu wenig um Inhalte, die nachhaltig Bedeutung haben?

Katze Frau Intimität

Beispiel für ein Bild von Belang (zumindest für mich): Katze Frau Intimität

Die Fotografie ist mittlerweile über 175 Jahre alt und hat in ihrer relativ kurzen Geschichte schon so einige gravierende Wandel durchgemacht. Das Aufkommen des Kleinbild-Formates hat es ermöglicht, auch die Kameras und Objektive kompakter und leichter zu bauen. Die Filme waren günstiger und einfacher zu handhaben. Das Aufkommen des Farbfilms erlaubte eine natürlichere Abbildung des Motivs und fügte eine weitere Meta-Ebene hinzu, denn Farben, Farbkombinationen, und Kombinationen aus Farbe, Form oder Motiv haben oft eine eigene Bedeutung, die wir nicht selten unterbewusst werten. Die digitale Fotografie ermöglichte es, deutlich mehr zu fotografieren, denn auf eine Speicherkarte passen hunderte Bilder, die dazu quasi auch noch kostenlos sind, denn man kann die Speicherkarte immer wieder verwenden und muss die Bilder nicht mit Chemikalien entwickeln.

All diese Fortschritte haben ihre Vor- und Nachteile. Wenn man sich dessen bewusst wird, kann man sich quasi die Rosinen vom Kuchen picken.
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Motive erkennen:
Perspektive finden (Teil 2)

(c) Carsten Schröder

Gute Motive finden sich überall um uns herum. Man muss sie nur erkennen und umsetzen lernen. Im 1. Teil dieses Beitrages habe ich Euch bereits ein paar Beispiele mitsamt ihrer Entstehungsgeschichte vorgestellt. Hier noch ein paar mehr.

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Motive erkennen:
Perspektive finden (Teil 1)

(c) Carsten Schröder

Viele Menschen schauen bloß, manche „sehen“. Sehen in diesem Sinn kann man nicht wirklich lernen – entweder man hat ein fotografisches Auge, oder man hat es nicht – aber man kann jenes fotografisch schulen, und aus Szenen werden dann Motive. Wie man diese umsetzt, ist eine andere Sache. Weiterlesen

Leserfoto:
Die fotografische Quadratur des Kreises

Die Kombination aus strengen geometrischen Formen und menschlichem Einfluss macht den Reiz dieses Straßenfotos aus.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Volker Rein).

Kommentar des Fotografen:

Am Münchner Marienplatz ist am Abgang zur U-Bahn dieses interessante Bodenmuster aufgeklebt. Per Zufall kam dann noch eine Dame mit dem gepunkteten Rock in Blau. Ich stand da gute 10 Minuten und habe einige Aufnahmen gemacht, aber diese hier gefällt mir besonders gut. Die räumliche Situation ist allerdings sehr beengt und man braucht ein gewisses Beharrungsvermögen, wegen der vielen Leute die rauf und runter gehen

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Volker Rein:

Ein guter Fotograf hat nicht nur eine Kamera, sondern auch ein geschultes Auge, welches spannende Farben, Formen und Motive auch dort entdeckt, wo die meisten Leute gedankenlos vorbeigehen. Oder wie in diesem Fall wortwörtlich täglich mit den Füßen darauf rumtrampeln. Volker Rein hat am Münchener Marienplatz dieses Foto gemacht, das auf den ersten Blick wie ein gelungener Schnappschuss aussieht, aber in Wahrheit Geduld und Ausdauer erfordert.

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Einführung in die Street Fotografie/Straßenfotografie – Teil 4/4:
How-To Tipps

In diesem letzten Teil, nach all den allgemeinen Betrachtungen der letzten drei Teile, möchte ich noch ein paar Tipps geben, wie bessere Street Aufnahmen zustande kommen.

  • Nimm Dir Zeit – Insbesondere in Großstädten ist das Tempo des Lebens so rasant, daß man von allen Seiten mit Reizen überflutet wird. Wo unzählige gute Motive gewesen wären, kommt man dann mit keinen oder mittelmäßigen Aufnahmen nach Hause. Anstatt einen ganzen Tag hektisch durch die Stadt zu rennen, ist es deshalb ratsamer, sich auf einen Markt im Freien, einen Straßenzug, ein Viertel zu konzentrieren.

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