Thema: Reportage

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Reportage:

Fischmarkt-Foto: Schärfentiefe und BelichtungNarrative Bilder: Das beste GeheimnisLeadsänger-Actionporträt: Livebild in StudioqualitätTouristenmief: Das Detail macht die Aussage

 

Alle 26 Artikel zum Thema Reportage auf fokussiert.com:

Porträt ohne Gesicht:
Der Tube-Pianist

Robert Kneschke, 11. Januar 2010 um 10.53 Uhr , 10 Kommentare Kommentare

Schnellschüsse aus der Hüfte können Glückstreffer werden. Oder der Fotograf hat Pech und schafft es nicht, das Wesen des Porträtierten einzufangen.

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild ist entstanden, als ich im Londoner Untergrund unterwegs war.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Marvin Mendzies:

Ich möchte wetten, dass der Fotografen den Porträtierten vor dem Fotografieren nicht gefragt hat, ob er ein Foto machen darf bzw. auch nicht mit ihm geredet hat. So wirkt zumindest das Bild.

Marvin Mendzies hat es in der Rubrik “Porträt” eingereicht, aber schon der Aufnahmestandpunkt lässt vermuten, dass hier sozusagen “aus dem Versteck” fotografiert wurde. Das würde ich bei einer Reportage über somalische Kindersoldaten oder den ukrainischen Straßenstrich verstehen, aber nicht bei einem Keyboarder in der Londoner U-Bahn:

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Foto-Essay:
Geschichten konzise erzählen

Peter Sennhauser, 5. Januar 2010 um 11.02 Uhr , 3 Kommentare Kommentare

Reportage- oder Strassenfotografie muss vor allem eines: In jeder Aufnahme eine Geschichte erzählen.

Kommentar des Fotografen:

Das Foto ist in einer Discothek am Nürburgring aufgenommen worden und zeigt GoGo-Girls bei der Arbeit. Eine Freundin von mir ist nebenberuflich GoGo-Tänzerin und hat mich eines schönen Samstagabends zum Fotografieren mitgenommen. Heraus gekommen ist ein kleines Essay, das auf meiner Flickr-Seite zu sehen ist.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Nicolas Bruckmann:

Eine Schwarz-weiss-Aufnahme im Reportage-Stil zeigt, eindeutig mit Blitz aufgenommen, zwei knackige junge Tänzerinnen im Disco-Outfit. Die Fotografie, aufgenommen aus einem tiefen Blickwinkel von der Bühne, auf der die beiden tanzen, nimmt in der linken Bildhälfte im Dunkel des Raums, an dessen hinterem Ende eine Bar zu sehen ist, ein paar junge Männer mit, die sich von der Bühne ab- und einem Gespräch oder einem Bildschirm an der nicht sichtbaren linken Wand zugewandt haben. Unmittelbar am Bühnenrand vor den beiden mehr als formathohen Tänzerinnen ist ein weiterer Besucher der Disco zu sehen, der über seine linke Schulter hinweg die eine der beiden jungen Frauen mustert. Im Halbdunkel hinter ihm sind schemenhaft weitere Zuschauer erkennbar.

Diese Fotografie zeigt eine möglicherweise typische Nachtclub-Szene in einem Stil, der zeitlich überholt scheint:

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Walter Schels/Beate Lakotta:
Begegnungen mit Sterbenden

Uli Eberhardt, 5. Dezember 2009 um 8.25 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

Mit dem Tod umgehen, sterbende Menschen fotografieren? Der Fotograf Walter Schels und die Journalistin Beate Lakotta begleiteten unheilbar Kranke in ihren letzten Tagen.

Aus diesen Begegnungen entstanden einfühlsame Porträts von Menschen, die ihrem Tod sehr nahe sind. Die erschütternde Ausstellung ist aktuell in Stuttgart zu sehen – noch bis 20. Dezember.

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Fischmarkt-Foto:
Schärfentiefe und Belichtung

Sofie Dittmann, 27. November 2009 um 11.03 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Auch in der hektischen Umgebung eines Marktes darf eine Belichtung nur zu künstlerischen Zwecken ausgebrannte Stellen enthalten. Belichtungsserien oder die Nachbearbeitung können schwierige Situationen meistern helfen.

Kommentar des Fotografen:

Dies ist ein Bild aus einer Serie, die ich auf dem Fischmarkt in Ciutadella, Menorca, aufgenommen habe. Ein freies Projekt. Die Bilder gehören zu meinen Lieblings-Stills. Danke für die Aufmerksamkeit!

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Florian Müller:

Dieses Stilleben ist Teil einer im Stil einer Fotoreportage geschossenen Serie (Link oben) Auf Nachfrage hat mir Florian erklärt, der Markt sei überdacht, die Aufnahme also innen gemacht.

Mein Blick blieb an dem Foto ursprünglich hängen, weil mich der Fisch in der unteren Mitte links so klagend anstarrte, und das macht auch den Charme dieses Fotos aus. Nicht nur ist es ein ungewöhnliches Motiv, Fotograf Florian Müller hat sich ganz bewußt auf die untere Bildmitte konzentriert.

Die große Blende von f/2.2 verleiht dem Foto eine geringe Schärfentiefe, so daß die Fische nach hinten hin schnell verschwimmen. Man bekommt den Eindruck, selbst mit in der Auslage zu sein.

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Leadsänger-Actionporträt:
Livebild in Studioqualität

Peter Sennhauser, 13. November 2009 um 18.21 Uhr , 2 Kommentare Kommentare

Weil die Werbung häufig Reportage- und Streetfoto-Stil imitiert, sind wir bei derartigen Fotos Topqualität gewohnt. Umso bemerkenswerter ist es, wenn sie in einer echten Reportage-Situation glücken.

Kommentar des Fotografen:

Ein Konzertphoto, welches ich mit einer klassischen Reportagebrennweite (35mm) gemacht habe. Die Nähe war natürlich nur möglich durch die geringen Bekanntheitsgrad der Band.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Stephan Amm:

Nah-Porträt eines Leadsängers, dem Stil der Aufnahme nach zu schliessen einer Rock`n Roll-Band. Die Schwarz-Weiss-Aufnahme zeigt Hand und Mikrofon und das Gesicht des Stars, der mit gläsernem Blick in seinen Liedtext versunken scheint, in einer Mischung aus hartem Gegenlicht und indirekter Beleuchtung von rechts unten.

Wieder ein Bild, zu dem ich gratulieren möchte – diese Aufnahme ist sowohl in der Komposition – die bei Reportage-Bildern ja nicht bis ins Detail geplant werden kann – als auch in der technischen Umsetzung ausserordentlich geglückt.

Da ist zunächst das Motiv selber:

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Karsten de Riese:
Von Vätern und Söhnen

Uli Eberhardt, 6. September 2009 um 10.17 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Väter und Söhne – ein klassisches (Spannungs)Feld in den menschlichen Beziehungen. Der Fotograf Karsten de Riese nahm sich dieses Themas an.

Karsten de Rieses Serie will dazu anregen, genauer hinzuschauen. Die Bilder sind zur Zeit in Wasserburg am Inn zu sehen.

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Cologne Pride 2009:
Zu weit links

Peter Sennhauser, 29. Juli 2009 um 11.15 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

In der Strassenfotografie und auf Reportage mit Actionshots hängt (fast) alles am richtigen Standort – oder am Seriefeuer für die nachträgliche Auswahl.

Kommentar des Fotografen:

Parade CSD 2009 in Köln. In Erinnerung an die Protestmärsche für die Gleichberechtigung homosexueller im Juni 1969.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Andreas Brössel:

Dein nostalgisch anmutendes Schwarz-Weiss-Reportagebild zeigt einen Teilnehmer der CSD-Parade in Köln inmitten anderer Teilnehmer, durch die Schärfe gut isoliert und in Haltung und Aufmachung an die Vergangenheit erinnernd.

Die Fotografie ist eine gelungene Mischung aus Strassenbild eines Anlasses, der vergnüglich sein sein soll, und drückt dennoch die Ernsthaftigkeit des Anliegens aus, welches die Paradeteilnehmer vertreten:

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Küchenarbeit:
Werbebild

Peter Sennhauser, 11. Mai 2009 um 11.06 Uhr , 2 Kommentare Kommentare

Ein Porträt ist per Definitionem die Abbildung einer Person – der höhere Anspruch aber verlanngt, dass nicht nur die körperliche Erscheinung, sondern das Wesen des Modells abgebildet wird.

Kommentar des Fotografen:

Ich war im April 2009 im Haus eines Bekannten in Belo Horizonte (Brasilien) eingeladen, einen geselligen Tag mit Freunden zu verbringen. Die (dort weit verbreitete) Haushaltshilfe war fuer die Kueche verantwortlich und ging still im Hintergrund ihrer Arbeit nach. Neben vielen Fotos mit ausgelassener Stimmung wollte ich auch die ruhige Gelassenheit der Haushaltshilfe widergeben. Besonders angezogen hat mich die Harmonie der Farben. Danke fuer eine professionelle Bewertung.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Markus Kohlhoff:

Ich werde aus diesem Bild nicht ganz schlau. Du hast es als Porträt eingereicht; es ist fotografisch schön gemacht, technisch weitgehend frei von Gründen für eine Beanstandung, und es strahlt eine gemütliche Ruhe aus.

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Die Rückeroberung:
Moderne Ruinenlandschaft

Peter Sennhauser, 17. April 2009 um 19.37 Uhr , 4 Kommentare Kommentare

Verfallende Gebäude bieten reiche Motivlandschaften, weil die Ansichten schon inhaltlich spektakulär sind. Die bildhafte Groteske bietet Material für spannende Bildserien.

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild habe ich im Josef-Afritsch-Heim in Wien aufgenommen, einem verlassenen und verfallenen Kinderheim. Das Abendlicht fiel passend durch die großen Fenster und hüllte die zahlreichen spannenden Gegenstände in fotogenes Licht. Bearbeitet mit Lightroom, indem ich sowohl Aufhellicht als auch Schwarz hochgesetzt habe, was den leichten HDR-Effekt gibt – es ist aber kein HDR.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Florian Sprenger:

Wie ästhetisch, aufregend und spannend Zerfall doch sein kann. Ebenso wie spektakuläre Landschaftsbilder bieten uns Ansichten aus Hausruinen eine wunderbare Mischung aus spektakulärem (weil ungewohntem) Inhalt und oft spannenden Lichteffekten.

Dir ist hier ein tolles Bild mit mehreren Aspekten gelungen.

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Künstlerinnen-Porträt:
Abbild eines Dialogs

Peter Sennhauser, 20. Februar 2009 um 9.10 Uhr , 7 Kommentare Kommentare

Situationsporträts sind eine extreme Herausforderung, weil sie dem Modell auf weit mehr als einer Ebene gerecht werden müssen. Eine komplexe Aufgabe mit unzähligen Fallgruben.

Kommentar des Fotografen:

Im September 2008 hatte ich Gelegenheit einer Künstlerin bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen, und ich durfte sie auch fotografieren. Sie arbeitete am Tonmodell einer Büste von Thor Heyerdahl. Die Konzentration der alten Dame (91), die völlige Hingabe an ihre Arbeit und ihre sensible Handhabung des Materials haben mich fasziniert. Bei diesem Foto habe ich versucht den inneren Dialog der Künstlerin mit ihrem Modell darzustellen sowie die durch ihre Hände entstehende Verbindung. Die schwarz/weiß-Version habe ich gewählt, damit Künstlerin und Büste im gleichen ‘Farb’ton zu sehen sind um somit die Verbindung zu betonen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Ulrich Brodde:

Auf den ersten Blick eine faszinierende Aufnahme mit vielschichtiger Intimität, der zur Perfektion leider einige Punkte fehlen:

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