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Schmetterlingsaufnahme: Zuviel drumrum?

Bei manchen Fotos kann der Raum um das eigentliche Motiv jenes überwältigen – oder aus dem ganzen ein interessantes Suchbild machen, das illustriert, wie gut sich manche Tiere an ihre Umgebung angepasst haben. Letztlich entscheidet der Fotograf, aber auch der Betrachter.

Kamera: SLT-A58 Aufnahmedaten: 1/400s bei Blende 71/10 mit 2000/10mm Brennweite und ISO 100 - Richard Göppel

Kamera: SLT-A58 Aufnahmedaten: 1/400s bei Blende 71/10 mit 2000/10mm Brennweite und ISO 100 – Richard Göppel

Richard Göppel aus Dillingen schreibt zu diesem Bild:

Der eigene Garten orange Blumen oranger Schmetterling ein wenig grüner Kontrast und fertig ist ein ansprechendes Bild,oder geb ich mich einer Täuschung hin.

Naturbilder sind so eine Sache. Man hat diese Motive schon oft geboten bekommen, und es ist schwierig, noch etwas Neues aus dem Thema herauszuholen. Weiterlesen

Laub mit Tropfen: Herbst in Draufsicht

In der Landschaft lassen sich faszinierende Details auf immer wieder neue Art fotografisch inszenieren. Ein wesentliches Gestaltungsinstrument ist dabei der Blickwinkel: Die Kamera kann ja auch anders „gucken“ als der Betrachter.

Regentropfen auf Laub Coolpix P510 Aufnahmedaten: 1/40s bei Blende 3 mit 4.3mm Brennweite und ISO 100

Regentropfen auf Laub Coolpix P510 Aufnahmedaten: 1/40s bei Blende 3 mit 4.3mm Brennweite und ISO 100

Lukas Roth aus Karlsruhe schreibt: Ich war im Herbst in der Pfalz wandern und es hatte vorher sehr lange geregnet, so dass alles ziemlich nass war. Es gab fast keine Motive, die mir gefallen hatten und ich war fast schon am Ende meiner Tour, als mir bewusst wurde, dass ich die ganze Zeit die Tropfen auf dem Laub vergessen hatte. Also schoss ich das Bild und daheim, bei der Betrachtung der Bilder, fiel mir auf, dass diese Bild (für mich) perfekt den Herbst ausdrückt. Auf flickr war das Bild dann auch relativ beliebt und ich wollte jetzt einfach mal die Meinung von Profis wie euch dazu einholen :)

Das ist in der Tat ein kräftiges Bild: Herbst, das sagen schon die Farben, dann die Blätter, dann der Regen oder Tau. Gut gesehen!

Deine Farbfotografie zeigt ein Eichenblatt in einer bodendeckenden Schicht von rotgefärbten Buchenlaub. Die Blätter sind augenscheinlich nass, wie an Glanzspuren an einigen Ecken erkennbar ist. Auf dem Eichenblatt haben sich zahlreiche Tau- oder Regentropfen gesammelt. Durch die Lichtbrechung der Oberflächenspannung stechen einige von ihnen in der oberen Blatthälfte als heller Blickfang heraus.

Als bunte Illustration zum Thema Herbst ist an diesem Bild fast nichts herumzumäkeln. Weiterlesen

Buchrezension «Außen Wildnis Innen»: Gemischte Gefühle

Allein der künstlerische Gedanke in diesem Buch genügt nicht, wenn seine Umsetzung in anderen nichts auslöst.

Cover

Cover

“Geheimnisvoll am lichten Tag
Läßt sich Natur des Schleiers nicht berauben,
Und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag,
Das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben.“

Johann Wolfgang von Goethe, „Faust, Der Tragödie erster Teil“, 1808

Ich habe dieses Faust-Zitat immer so interpretiert, daß man Natur aus dem Bauch heraus erfahren muß; analytisch funktioniert es nicht, insbesondere beim Fotografieren. Viele der bekanntesten Naturfotos lösen denn auch in einem ein Gefühl aus.

Ich will ganz ehrlich sein, mit diesen Bildern habe ich gehadert. Es ist nicht leicht, zu ihnen einen Zugang zu finden, und bis zuletzt habe ich damit gekämpft. Was Schwedes uns zeigt, ist ihre Version der Natur, aufgenommen über Jahre hinweg an Stellen, die sie selbst in der Nähe ihres Wohnorts entdeckt und immer wieder aufgesucht hat. Im Grunde genommen an sich ein interessanter Ansatz. Weiterlesen

Video-Bildbesprechung: „Drei Karden“ oder auf Details achten

Man sollte über der Konzentration auf das Motiv andere Gesichtspunkte der Aufnahme nicht vernachlässigen.

Richard Göppel aus Dillingen schreibt zu diesem Bild:

„Irgendwo im nirgendwo drei Karden gefunden,freigestellt und ihren Aufwärtstrend als Diagonale genutzt.“

Transkript folgt unten. Weiterlesen

Leserfoto: Naturfoto in Schwarzweiß – Der Wald vor lauter Bäumen

Optische „Ankerpunkte“ helfen dem Betrachter, Einzelheiten eines Bildes visuell zu erfassen. Wenn diese fehlen, muß man sich auf den Gesamteindruck beschränken.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Erik Müller).

Kommentar des Fotografen:

\“Toter Baum\“, ISO 200, 20 mm, f/6,7, 1/180

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Erik Müller:

Du hast hier ein schwarzweißes Naturfoto eingereicht, das eine Waldlichtung zeigt. Erst auf den zweiten Blick bemerkt man, daß mitten auf dieser Lichtung ein toter Baum gen Himmel ragt.

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Naturfoto: Aug‘ in Auge mit der Blume

Um ein effektvolles Foto zu machen, muß man sich schon mal Aug‘ in Auge mit seinem Motiv begeben.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michael S.).

Kommentar des Fotografen:

Habe versucht, den kommenden Frühling einzufangen, und dabei aber die kalte Erde bzw. Seele des Winters nicht zu vergessen.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Michael S.:

Viele Amateure machen den Fehler, das sich ihnen offensichtlich bietende Motiv von ihrer Warte aus aufzunehmen, also von oben, unter Umständen auch noch unter Lichtverhältnissen, die dem Motiv nicht gerecht werden. Pflanzen, insbesondere Blumen, fotografieren sich am besten unter indirektem Licht oder im Gegenlicht, je nachdem, welcher Effekt gewollt ist.

Dein Foto von Krokussen zeigt, was man aus einer einfachen Pflanze fotografisch machen kann, wenn man sich buchstäblich Aug‘ in Auge mit seinem Motiv begibt:

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Schlange in Nahaufnahme: Foto? Digitale Kunst? Nein, doch Foto?

Je nach Art der Aufnahme können Fotos von sich aus wie digital erzeugte Bilder wirken. Die Frage ist dann, wieviel Perfektion man einer solchen Aufnahme abverlangen kann, insbesondere, wenn sie unter kontrollierten Bedingungen entstanden ist.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Georg May).

Kommentar des Fotografen:

Die giftig-grüne Mamba lauert auf Beute…

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Georg May:

Ja, Deine Aufnahme dieser Schlange war eine, bei der ich mehrmals hinschauen mußte. Foto? Digitale Kunst? Hybrid? Nein, doch Foto?

Das liegt zum einen an den Farben des Bildes – Grün dominiert fast ausschließlich – aber auch an der gestochen scharfen Wiedergabe der Schuppen, des Auges und so weiter.

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