1053 Artikel in der Kategorie Bildkritik auf fokussiert.com.

Paar vor Mauer:
Was ist das Motiv?

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht – oder das eigentliche Motiv vor lauter Motiv.

© Stefan Plüss SONY – DSC-HX5V – 1/160 – f 5.5 – ISO 125 – 425mm –

Kommentar des Fotografen:

Aufgenommen letzten November in Istanbul. Bei der Wegfahrt vom Hafen habe ich wenig vorbereitet diese Bild mit meiner kleinen Sony Cam geschossen. Das Bild habe ich in Lightroom entwickelt. Ich finde das Bild zeigt eine Seite des Islam die die meisten Leute nicht kennen. Die zwei haben sich hinter dieser schönen Mauer vor den neugierigen Blicken der Passanten versteckt und sind, wie man sehen kann sehr glücklich. Das Bild ist einfach aber es sagt sehr viel aus. Danke für eure Kritik! Ich freue mich schon drauf. Beste Grüsse Stefan Plüss

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Stefan Plüss:

Dein Foto fiel mir vor allem wegen der auffälligen Mauer ins Auge. Die Farben in den Steinen, ihre Anordnung im Bild. Ein Motiv, an dem man schwer vorbeikann. Ein schöner Schnappschuß von einem interessanten Motiv, insgesamt gut komponiert.

Denn das ist für den Betrachter hier der Hauptanzugspunkt – die Mauer.

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Schnappschuss statt Serie

Serien sind wie Sahne auf der Torte. Eine gute Serie vermag es, dem gelungenen Einzelbild durch das Hinzustellen weiterer gelungener Einzelbilder einen roten Faden zu verleihen, der jedes Foto noch intensiver wirken lässt. Das setzt jedoch voraus, dass dieser “rote Faden” auf dem Bild inhaltlich oder kompositorisch erkennbar ist.

Kommentar des Fotografen:

Das Bild ist ein Teil einer Bildstrecke/Streetphotogr. zum Thema Kältewelle in Zürich.

Ich wollte Menschen, die bei diesen tiefen Temperaturen unterwegs waren, bildnerisch festhalten um in einem Gesamtbild (siehe Homepage)die Stimmung dieses Tages in Zürich wiedergeben zu können.

Ich habe diese Bild augewählt, da die 3 Personen zwar zusammen waren, gedanklich dennoch für sich standen. Des Weiteren finde ich die Herkunft der Menschen interessant. Es war offensichtlich, das die Personengruppe aus dem Ausland stammte und sich zwangsweise an das neue Umfeld (Temperatur) gewöhnen musste.

Über konstruktive Kritik und Tipps würde ich mich sehr freuen.

Blende 1.8
Verschlusszeit 250
(Bin mir nicht mehr ganz sicher)

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von lucas ziegler:

Serien sind wie Sahne auf der Torte. Eine gute Serie vermag es, dem gelungenen Einzelbild durch das Hinzustellen weiterer gelungener Einzelbilder einen roten Faden zu verleihen, der jedes Foto noch intensiver wirken lässt. Das setzt jedoch voraus, dass dieser “rote Faden” auf dem Bild inhaltlich oder kompositorisch erkennbar ist.

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Im Hut des Zauberers

Der Besuch einer Zauber-Show hinterlässt oft offene Münder und ratlose Gemüter. Wie macht der das nur? Magie? Dieses Gefühl beim Anblick eines Zauberers wurde gut in diesem Foto eingefangen.

Kommentar des Fotografen:

ein befreundeter Zauberer sucht in seinem “Zylinder ohne Boden” nach dem Hasen…

Blende F/2,6
1/30 Sek Belichtungszeit
7mm Brennweite
Iso 100
Blitz automatisch

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Tas Hack:

Nanu? Wo waren die ganzen Häschen versteckt, die der Zauberer da aus dem Zylinder zieht? Und wieso flattern auf einmal unzählige Tauben durch die Luft? Der Besuch einer Zauber-Show hinterlässt oft offene Münder und ratlose Gemüter. Wie macht der das nur? Magie?

Die Spannung, den “Zauber” und Humor, den man erlebt, wenn man einem Zauberer zuschauen kann, hat Tas Hack in diesem Foto festgehalten. Gelungen ist das Bild auf mehreren Ebenen, die wir uns nacheinander ansehen wollen.

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Kunstfoto:
Alt und neu

Eine zuerst unpassend wirkende Kombinationen verschiedener Dinge – hier alt und modern – hat auf Fotos oft ihren Reiz.

Kommentar der Fotografin:

Die Aufnahme entstand anlässlich eines Besuches des Kröller-Müller Museums (NL) mit meiner Familie. Das Motiv reizte mich auf Grund des Unterschiedes eines heutigen modernen Mädchens mit einem Audioguide vor dem Hintergrund eines Historienbildes.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Adelheid Prünte:

Dieses Bild hat etwas Surreales, etwas Unwirkliches. Schnell wird klar, woran das liegt. Der Hintergrund hinter dem Mädchen wirkt abstrakter, gezeichneter als das Mädchen selbst. Kein Wunder, ist das Bild “Transport der Kolonialsoldaten” doch in der Tat gemalt worden, und zwar 1884 von Isaac Israël. Jetzt hängt das Gemälde im niederländischen Kröller-Müller Museum und kann dort auf die “modernen” Menschen treffen.

So entstand auch diese Aufnahme des Mädchens mit Audioguide am Ohr und des Soldatenmarsches im Hintergrund:

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Im Winter auf Bahngleisen

Beim Fotografieren muss nicht nur auf die Technik, sondern auch auf das Motiv geachtet werden. Dann werden schnell viele Details sichtbar, die vor dem Auslösen gerne übersehen werden, wie hier beim Portrait einer jungen Frau.

Kommentar des Fotografen:

Hallo, glaube, dass der Hintergrund das Modell ansprechend hervorhebt. Würde mich über Meinungen und Anregungen freuen.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Frank Rumpp:

Nach “Halbnackte Frauen in verfallenen Gebäuden” und “sich mit Kussmund selbst fotografieren” ist das Thema “Junge Frau sitzt auf Bahngleisen” gefühlt weit oben auf der Hitliste der Frauenmotive. Das habe ich hier auf fokussiert.com auch schon mehrmals besprochen und heute gibt es wieder ein ähnliches Motiv.

Auf den ersten Blick wirkt das Foto ganz okay. Eine langhaarige Frau sitzt mit durchgestrecktem Rücken auf einem stillgelegten Bahngleis. Beim zweiten Blick fallen mir jedoch ganz viele störende Details auf, welche die Frau unvorteilhaft wirken lassen:

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Konzertfoto:
Zweite Reihe

Sich einem Motiv indirekt zu nähern, kann sehr spannend sein. So lasen sich Subjekt und Nebenaussage in einem Bild vereinen.

Kommentar des Fotografen:

Dieses Foto ist an einem kleinen Konzert entstanden. Als ich das Foto aufgenommen habe, stand ich eher weit von der Bühne entfernt. Dadurch musste ich mich oft bemühen, keine anderen Kameras im Bild zu haben. Dieses Bild ist eigentlich eher ein ungewolltes. Im Nachhinein gefällt es mir sehr gut, weil es nicht so ein typisches Konzertfoto ist.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Linda Surber:

In dieser Farbaufnahme ist in der Tiefe der Unschärfe ausser einem offensichtlich hell erleuchteten Punkt ein paar Meter vor der Kamera nur der Teil eines Hinterkopfs, eine erhobene Hand mit einer Digitalkamera und davor ein paar weitere Kameras und Smartphones zu erkennen. Im LCD-Screen der Kamera indes wiederholt sich das eigentliche Motiv, der Sänger vorne auf der Bühne.

Anlässlich meines ersten Live-Konzerts seit ziemlich langer Zeit habe ich vor einem Monat festgestellt, dass das aktuelle Publikum offenbar weniger Musik hören, als Stars auf der Bühne mit dem Smartphone abfilmen will:

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Blumenfoto:
Stengel im Fokus

Blumenfotografie mal anders: Statt immer nur von oben auf die Blüte zu zielen, kann auch die Fokussierung auf eher weniger beachtete Pflanzenteile wie den Stengel reizvolle Fotos ergeben.

Kommentar des Fotografen:

Wichtig erschien mir, die Blüte dieser Küchenschelle(?) nicht einfach “nur so” vor weißem Hintergrund abzulichten, sondern mittels ungewöhnlicher Anordnung und mutigem Beschnitt einerseits und der Fokussierung auf den ungewöhnlich haarigen Stengel andererseits eine andere Sichtweise in der Blütenfotografie zu erzielen.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Alexander Gohlke:

Als Autor für fokussiert.com erhalte ich Einblick in die Fotos, welche uns Leserinnen und Leser für diese Rubrik schicken. Blumen, Pflanzen und Blüten sind da ein so häufiges Motiv, dass ich schon an anderer Stelle einen Beitrag über die “vier typischen Anfänger-Fehler bei Blumenfotos” geschrieben habe.

Umso mehr freut es mich, dass es mal ein Foto gibt, bei dem sich der Fotograf getraut hat, bewußt einen neuen Blickwinkel auf das arg überstrapazierte Motiv “Blume” zu versuchen:

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Naturfoto:
Aug’ in Auge mit der Blume

Um ein effektvolles Foto zu machen, muß man sich schon mal Aug’ in Auge mit seinem Motiv begeben.

Kommentar des Fotografen:

Habe versucht, den kommenden Frühling einzufangen, und dabei aber die kalte Erde bzw. Seele des Winters nicht zu vergessen.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Michael Schlembach:

Viele Amateure machen den Fehler, das sich ihnen offensichtlich bietende Motiv von ihrer Warte aus aufzunehmen, also von oben, unter Umständen auch noch unter Lichtverhältnissen, die dem Motiv nicht gerecht werden. Pflanzen, insbesondere Blumen, fotografieren sich am besten unter indirektem Licht oder im Gegenlicht, je nachdem, welcher Effekt gewollt ist.

Dein Foto von Krokussen zeigt, was man aus einer einfachen Pflanze fotografisch machen kann, wenn man sich buchstäblich Aug’ in Auge mit seinem Motiv begibt:

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Foto des Monats:
Mischbilder

Den Februar-Preis auf fokussiert.com holt sich eine Fotografin mit ihrer ersten Einreichung. Das Thema des Monats scheint Mischung von Realität und Schein zu sein.


Adelheid Prünte hat erst ein Bild auf fokussiert.com eingereicht – und noch ist es nicht besprochen worden. Das dürfte aber noch geschehen. Denn die Kritiker hat die Aufnahme so beeindruckt, dass sie den Preis des Monats Februar mit Hundert Euro damit abholt.

Adelheid schreibt zum Siegerbild: “Die Aufnahme entstand anlässlich eines Besuches des Kröller-Müller Museums (NL) mit meiner Familie. Das Motiv reizte mich auf Grund des Unterschiedes eines heutigen modernen Mädchens mit einem Audioguide vor dem Hintergrund eines Historienbildes.”

Der Widerspruch funktioniert hervorragend, ist aber erst auf den zweiten Blick wirklich sichtbar – und gerade das macht den enormen Reiz des Bildes aus: Zuerst wirkt es, als ob die Soldaten hinter der jungen Frau real seien – eine im Bild festgehaltene Zeitreise also. So einfach wie wirksam, ist ein hervorragendes Bild gelungen.

Auf fokussiert bestens bekannt ist dagegen heike brauer (drachenkind), die ein ähnlich verschachteltes Bild eingereicht hat (unter “digitale Kunst”, dafür aber deutlich mehr Arbeit und Aufwand investiert hat:

es ist nicht nur eine fotografie, sondern zwei miteinander verschmolzene. deswegen weis ich nicht, ob es diesem forum hier gerecht wird. die frau habe ich an der elbe an einem kalten wintertag fotografiert, den leuchtturm an einem herbsttag an der ostsee.

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HDR-Landschaftsaufnahme:
Zuviel des Guten

Nachbearbeitung ist die Pflicht des Fotografen – aber man kann es sehr leicht übertreiben.

Kommentar des Fotografen:

Das südfranzösische Var-Tal bei Entrevaux kurz vor Sonnenaufgang. HDR Aufnahme. Unten der Var, links die mittelalterliche Stadt Entrevaux mit der Vauban Festung im Nebel (Bergfried ist noch als Fleck erkennbar). Die Granitplatten des Friedhofs (Bildmitte) reflektieren etwas stark den Himmel, geben aber auch den Kontrast wieder. Kommt die Stimmung an dem Morgen auch für jemand rüber der das Foto sieht und nicht wie der Fotograf auch das Original in Erinnerung hat?

Peter Sennhauser meint zum Bild von Jan Schlueter:

Ein Bergtal im Morgenneble. Diese Farbaufnahme zeigt unten links ein an der steilen Felswand klebendes Dorf, darüber Nebelschwaden, die über den Bergkamm ins Tal ziehen. In der Bildmitte öffnet sich das Tal in die Tiefe, im Hintergrund ist der in der Morgenstimmung verfärbte Himmel Schwefelgelb. Der Fluss im Talboden mäandriert spiegelnd durch das Bild, einige Zypressen im Bildzentrum heben sich vom recht dunklen Motiv schwarz ab.

Diese Fotografie zieht den Betrachter mit räumlicher Tiefe an, aber der erste Blickfang ist zweifellos der knallbunte Himmel am Horizont. Nach dem Einstieg in das Bild gibt es viel zu entdecken, auch wenn es in dem, was wie späte, aber etwas unterbelichtete Morgendämmerung wirkt, recht versteckt ist. Das Dorf links unten, die Strasse rechts in der Bildmitte und die Zypressen, der Fluss im Tal, die Nebelschwaden – es passiert einiges in dieser Aufnahme, das anzuschauen sich lohnt und das insgesamt sehr wirksam eine Morgenstimmung wie nach einem Sturm vermittelt.

Die Komposition funktioniert also recht gut, auch wenn sie etwas mittig ist:

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