664 Artikel in der Kategorie Bildkritik auf fokussiert.com.
Fotografie macht die einfachsten Dinge zu Wunderwerken – oder umgekehrt: Die Seifenblase als Fülle von Geheimnissen.
Kommentar des Fotografen:
Nicht nur Kinder, sondern auch ich bewundere die Seifenblasen. In allen Regenbogenfarben glitzern sie, ein tolles Objekt, um Fotos zu machen. Schade, dass sie nach kurzer Zeit wieder zerplatzen. Dieses Foto entstand auf meinem Balkon. In der Seifenblase kann man unser Haus erkennen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Raphaela Maier:
Eine farbenfrohe Seifenblase vor schwarzem Hintergrund: Schillernd in den erstaunlichsten Farbverläufen, scheint die runde Blase plastisch aus dem Bild herauszuragen. Glanzpunkte oben rechts und unten links markieren die Spiegelung der Sonne, im filigranen Gebilde selber spiegelt sich eine undefinierbare Struktur.
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Die Komposition spielt bei Dokumentarfotos keine kleinere Rolle als bei “blosser Kunst”: Der Gegenstand des Bildes will ins Zentrum der Aussage gerückt sein.
Kommentar des Fotografen:
feld ackern mit dem pferdepflug wie vor 80 jahren, belichtung? keine ahnung, bin hobbyfotograf
Peter Sennhauser meint zum Bild von manja sirch:
Zwei Pferde ziehen auf dieser Schwarz-Weiss-Fotografie einen metallenen Pflug durch einen Acker. Die Tiere und das Gerät sind in der rechten oberen Bildecke hart am Bildrand platziert, den Vordergrund macht das bereits gepflügte, den Hintergrund das gemähte Stoppelfeld aus.
Das Bild des Pferdepfugs hast Du unter “Landschaftsfotografie” eingereicht, was ich in Anbetracht des Kommentars für leicht verfehlt halte: Offensichtlich wolltest Du die Betonung auf die technische Nostalgie legen – und Landschaft ist in der Aufnahme nicht allzu viel vorhanden. Man könnte die Aufnahme deshalb im entfernten Sinne als Dokumentaraufnahme bezeichnen.
Eine zweite Bemerkung vorweg:
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In Motiven, die man auf eine ganz bestimmte Art kennt und oft sieht, eine Abstraktion zu entdecken, ist eine lohnende Sehübung.
Kommentar des Fotografen:
Eine Nahaufnahme von einer Riffelung. Ich wollte die Form der Wasseroberfläche zeigen. Links reflektiert sich Sonnenstrahlungen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Steven Long:
Eine Anzahl weicher, organisch anmutender schwarzer Stäbe oder Wellen reiht sich in diesem Bild von unten rechts diagonal nach oben links. Der Gegenstand der Fotografie ist nicht zu erkennen, in der linken unteren Ecke weist das Objekt weisse Flecken in einer klar strukturierten Folge auf.
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In Situationen mit Gegenlicht oder hartem Kontrast durch hohen Sonnenstand lässt sich mit dem Aufhellblitz einiges retten. Besser ist es, solche Situationen zu vermeiden.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild entstand während eines Ausflugs am Alpsee in Hohenschwangau. Aus dem Spaß am Fotografieren entstand mein “erstes Fotoshooting” mit diesem Ergebnis. Das Model zu fotografieren war kein Problem, der Hintergrund dagegen schon. Erst in der Nachbearbeitung mit PSE8 konnte ich den Himmel sichtbar machen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Christian Unterdorfer:
Eine Junge Frau sitzt auf einem Felsbrocken vor einem See. Hinter ihr steigt ein Wald den Hang am andern Seeufer hinauf zu den Felsgipfeln der Berge, über denen in einem knallblauen Himmel einige weisse Wolkenfetzen treiben.
Erinnerungsfotos aus Ferienorten und von Ausflugszielen machen es bisweilen nötig, unter suboptimalen Bedingungen zu fotografieren.
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Alltägliche Motive müssen mit fotografischen Mitteln spektakulär gemacht werden. Die können technischer und kompositorischer Art sein.
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Kommentar des Fotografen:
Bei der Kategorie bin ich mir nicht sicher: Ich habe dieses Raubtier unterm Briefkasten entdeckt, sozusagen “bei der Arbeit”. Einige Stunden hat sich die Spinne zum Bearbeiten Ihrer Beute schon genommen. Hätte ich mir die auch für das Foto nehmen sollen? ;-) Leider war die Spinne mit dem Rücken zur ca 5cm entfernten Hauswand gewandt, was ein freistellen erschwerte. Letztendlich hab ich versucht es mit dem Blitz so gut wie möglich zu bewerkstelligen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Florian Heeg:
Eine Spinne sitzt in ihrem Netz und verarbeitet eine gefangene Fliege zu einem Fresspäckchen. Die Aufnahme ist mit einer Perspektive direkt in der Ebene des Netzes aufgenommen und zeigt Spinne und Opfer aus einer Sicht, wie sie ein zweites Wesen im Netz hätte.
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Eine Mischung aus längerer Belichtungszeit und Blitzlicht ermöglicht das Einfrieren von Bewegungen und ist vor allem in Kombination mit einem durchdachten Konzept ein sehr wirkungsvolles Stilmittel.
Kommentar des Fotografen:
Ich hab im Studio versucht die Dynamik und die Emotion eines Fussballspiels einzufangen. Der Blitz wurde manuell augelöst.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Michael Calcada:
In meiner letzten Bildkritik wurde deutlich, wie wichtig ein Konzept vor dem Fotografieren ist, damit der Fotograf nicht auf Zufälle oder göttliche Eingebungen angewiesen ist.
Michael Calcada hat das bei seinem Foto augenscheinlich gemacht. Zu sehen ist ein Mann in Arbeitskleidung, der nach Feierabend mit einem Bier auf einem Sessel sitzt und begeistert Fußball im Fernsehen schaut:
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Wer auf Zufälle hofft, wird leichter enttäuscht als jemand, der sich vor dem Fotografieren Gedanken macht.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild ist eigentlich nur aus Zufall entstanden. Die Nikon Spiegelreflex war auf Automatik einestellt. Der Kontrast wurde noch ein bisschen verändert.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Alena Bareiss:
Eine junge Frau sitzt mit dem Fotografen zugewandtem Rücken auf einem Gleisbremsprellbock und schaut mit ihren Händen am Haar in Richtung Bahnhof.
Auf Bahnhöfen werden bei Menschen je nach Anlass die unterschiedlichsten Emotionen hervorgerufen: Erwartung, Langeweile, Trauer, Heimweh, Erleichterung und so weiter.
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Drittpersonen im realen Leben ungefragt abzulichten – und noch dazu auf ihrem Privatboden – kann ins Auge gehen. Auch wenn dabei die witzigsten Bilder entstehen.
Kommentar des Fotografen:
Aufnahme beim Eintreffen eines Luftballons und der Lektüre der Nachricht durch den Nachbarn. Momentaufnahme. (Weiterer Kommentar weiter unten)
Peter Sennhauser meint zum Bild von Dirk Valcke:
Ein Ehepaar mittleren Alters begutachtet einen Zettel, der an einem Roten Ballon befestigt ist. Vom Standpunkt des Fotografen aus sind die beiden nur im Ausschnitt zwischen einer im Vordergrund quer durchs Bild verlaufenden Hecke und dem Hintergrund (ihres) eines Gartens zu sehen. Der knallrote Ballon ist ebenfalls durch das Geäst eines im Vordergrund stehenden Baumes nur halb zu sehen.
Das Bild spricht die Neugier des Betrachters aus mehreren Gründen an:
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Kunstaktionen im Foto festzuhalten ist eine schwierige Aufgabe. Sie geht von klar dokumentarisch bis hin zu eigener künstlerischer Aussage. Nicht immer lässt es sich zum Beispiel so einfach dokumentieren wie Aktionen von Christo.
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Kommentar des Fotografen:
Am Samstag startete bei uns im Revier die Aktion SchachtZeichen: über 300 Ballone schweben über ehemaligen Schächten (von denen es rund 1000 gab). Am Sonntag waren Tausende von Leuten auf “Ballonjagd”, fast alle mit Kamera bewaffnet. Ich habe inzwischen zahlreiche Fotos davon gesehen (und natürlich auch selber gemacht). Dieses hier gefällt mir deshalb, weil es sich von der Masse der Bilder abhebt und die Ballone in eine besondere Beziehung zur Umgebung bringt. Aufgenommen habe ich das Bild auf der Zeche Zollverein mit einer kleinen Ixus von Canon.
Profi Lars Krueger meint zum Bild von Sandra Rohmann:
Kunstaktionen sind schwierig zu fotografieren. Hier sind bunte Ballons über etwas zu sehen, was wie eine Industrie- oder Verkehrsanlage aussieht; der Vordergrund mit Stahlgeländern ist im Gegenlicht zu einer Schwarzen Linien-Struktur geworden, dahinter schweben zwei gelbe Ballons.
Mit der Aktion „Schachtzeichen“ sollten sie an die ehemaligen Schächte im Ruhrgebiet erinnern.
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Perspektiven – und ihr Wechsel – machen weit häufiger ein wirklich gutes Bild aus, als den Betrachtern bewusst ist.
Kommentar des Fotografen:
Iceland – Seljalandsfoss
Peter Sennhauser meint zum Bild von Jens Fersterra:
Ein weisser Wasserfall stürzt über eine Felskante im rechten Drittel des Bildes herab. Das Wasser sammelt sich in einem kleinen Pool, der offenbar recht schnell durch eine unfassbar grüne Wiese nach links abfliesst. Der Pool ist umgeben von ebenso grünen, moosbewachsenen Wällen.
Den Vordergrund machen andere Grünschattierungen von belaubten Sträuchern aus, die, dem Lichteinfall nach zu schliessen, ebenfalls noch unter dem Felsvorsprung befinden.
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