1012 Artikel in der Kategorie Bildkritik auf fokussiert.com.
Landschaftsfotos bestechen mit beeindruckender Natur, mit Lichtstimmung. Diese kann man durch Nachbearbeitung verstärken – oder zerstören.
Kommentar des Fotografen:
“Winter” im Hochmoor: Nachdem in den beiden letzten Jahren die Winter sehr schneereich waren, scheint er diesmal auszufallen. Ort: “Ewiges Meer”, nördlich von Aurich.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Fred Knöchelmann:
Hochmoor im Winter. Man kann bestimmt stundenlang dort herumwandern und begegnet keinem Menschen. Kompositionell finde ich Deine Aufnahme ansprechend, wenn auch der Baum im Vordergrund zugleich zu dominant wirkt und auch oben abgeschnitten ist. Die Einöde der Landschaft verleiht dem ganzen etwas Melancholisch-Träumerisches. Der Himmel spiegelt sich im Wasser und gibt der Szene zusätzliche Tiefe. Den Horizont hast Du gut getroffen, wenn auch die Sonne nach rechts verschoben ist. Das hätte man durch einen veränderten Standpunkt korrigieren können, wodurch wahrscheinlich auch die Platzierung des Baumes verbessert worden wäre.
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Ohne Extreme in den Kontrasten des Motivs ist kein HDR notwendig. Eine Aufnahme in RAW reicht bereits für vieles.
Kommentar des Fotografen:
Zu sehen hier ein Küstenatreifen meiner Heimat auf Mallorca. Ich versuche mich mit der Technik des HDR und erhoffe mir Tips. Was ist zu viel und worauf sollte ich achten. Vielen Dank :)es war grau und diesig.
Peter Sennhauser meint zum Bild von André Bax:
Eine mediterrane Küstenlandschaft zieht sich in dieser Farbfotografie hinter einem felsigen Vordergrund von rechts unten nach links in die Bildmitte.
Landschaften dürfen eines nicht in der Fotografie: flach wirken. Das tut dieser Küstenabschnitt auf Mallorca jedenfalls nicht: Du hast die Bucht hinter den Felsen im Vordergrund und einem Mittelgrund platziert, dahinter zieht sich eine Landzunge ins Bild hinaus und darüber hängt ein spannend bewölkter Himmel. Alle Elemente für eine gute Landschaftsaufnahme sind vorhanden, und die Räumlichkeit gewinnt durch den diagonalen Aufbau der Bucht in die dritte Dimension.
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Für effektvolle Fotos braucht man nicht viel. Mit einfachen Hilfsmitteln und einer guten Idee lassen sich beeindruckende Aufnahmen machen.
Kommentar des Fotografen:
Bei einem privaten Test-Shooting mit meinem Sohn, um das selbst gebastelte Grid für mein Blitzgerät zu testen, entstand dieses Bild. Mir gefällt besonders sein Blick in diesem Foto, der in Schwarz-Weiss besser zur Geltung kommt. Unter Photoshop mit Nik Silver Efex in Schwarzweiss umgewandelt.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Oktar Özkartal:
Du hast hier ein meines Erachtens sehr gelungenes Foto geschossen. Aus irgendeinem Grund war “Damien” das erste, was mir durch den Kopf ging, als ich dieses Porträt sah – und dabei bin ich kein Fan von Horrorfilmen, und “Omen” habe ich nie wirklich zuende gesehen.
Dein Sohn sieht hier aus, als wäre er zu allem fähig, und die gewählte Beleuchtung trägt ihren Teil dazu bei. Meine Kinder fanden es auch immer ganz klasse, wenn ich sie so fotografiert habe – sie durften so furchterregend, verrückt oder wie auch immer sie wollten aussehen, und heraus kamen immer super Bilder.
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Gegensätze und Kontraste schaffen Spannung. Unter Umständen müssen sie aber stark akzentuiert werden.
Kommentar des Fotografen:
Hallo zusammen, ich habe dieses Bild in Oregon/USA in der Nähe der bekannten Painted Hills aufgemommen. Canon EOS 500D mit Blende20 1/60sec. ISO 100. Bitte um konstruktive Kritik zur Verbesserung meiner Fähigkeiten. Vielen Dank.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Karlheinz Hummel:
Ein Feld mit Heuballen vor einem Hügelzug mit trockenem Gras und einigen Büschen ist in dieser Farbaufnahme zu sehen.
Die Bildbeschreibung macht es schon deutlich:
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In Konzeptfotos lohnt es sich, auf Details zu achten und Arbeit in die Nachbearbeitung zu investieren. Hier sind gröbere Eingriffe erlaubt.
Kommentar des Fotografen:
der traurige clown und ein wundervolles, altes, geschwungenes fenster…ein schöne, wenn auch abstrakte kombination..das bild kam aus dem bauch, deshalb fehlen mir die worte zur erklärung…
Peter Sennhauser meint zum Bild von heike brauer:
Ein Mann mit Clown-Maske und traurigem Gesicht sitzt, die Beine weit vor sich gespreizt, mit dem Rücken am Sims zu einem grossen, geschwungenen Panorama-Fenster auf einem Plattenboden. Das einzige Licht in der Schwarz-Weiss-Aufnahme scheint durch das geschwungene, dem Mund des Clowns gleichende und in viele Quadrate aufgeteilte alte Fenster in den leeren Raum zu fallen. Draussen gleissen verschneite Bäume.
Was Formen, Linien, Lichtstimmung und Komposition angeht, ist diese Aufnahme insgesamt sehr stimmig:
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Bei Spiel und Sport muss der Fokus des Fotografen nicht immer genau dort sein, wo die Action ist – aber er muss auf etwas interessantes zeigen.
Kommentar des Fotografen:
Das Foto ist bei einem Beachvolleyball-Turnier entstanden, bei dem Bekannte von mir teilgenommen haben. Mein Ziel war hauptsächlich, zu üben und für besagte Freunde schöne Fotos zu schießen. Eigentlich hätte ich es gerne als “Sportfoto” eingeordnet, da es diese Kategorie aber nicht gibt, scheint mit “Portrait” am passendsten, obwohl es kein Gesicht zeigt. Besonders gefällt mir daran, dass es (aus meiner Sicht) die Gedanken des Spielers in blau quasi aufdrängt, der gerade die Gegenspielerin sieht, die gerade noch den Ball bekommt, während er noch außerhalb des Felds im Sand sitzt: “Verdammt”. Es ärgert mich etwas, dass ich es nicht geschafft habe, den Spieler weiter rechts anzuordnen, was das Bild aus meiner Sicht deutlich verbessert hätte.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Robert Hoof:
Ein Mann in Sportkleidung sitzt im Sand in diesem Farbbild und blickt von der Kamera weg. Über seine linke Schulter ist im Hintergrund in der Unschärfe eine Frau zu sehen, die auf den Knien in typischer Volleyball-Haltung einen Ball annimmt.
Dieses Bild hat eine ganze Reihe von Problemen. Das wichtigste ist, dass Du etwas zu zeigen versuchst, was man nicht sehen kann – die Gedanken des Spielers im Vordergrund. Denn um auf die Aussage zu kommen, die Du ihm zudenkst, muss ich als Betrachter eine ganze Reihe weiterer Fakten kennen, die im Bild nicht zu sehen sind:
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Vermeintliche “Bildfehler” ergeben bisweilen spannende Fotografien. Das kann eine Spiegelung ebenso sein wie ein falsch eingesetztes Objektiv.
Kommentar des Fotografen:
Durchs Fenster im Luidpoldpavilion in Neustadt a.d. Aisch fotografiert – im Sommer ein Jugendtreff im Winter eingemottet und verschlossen. Leider (oder zufällig) war das Fenstergitter eng und weit weg von der Scheibe und es kam die faszinierende Spiegelung zum Vorschein. Es erscheint so, als wäre man weder drinnen noch draußen. – Keine Montage
Peter Sennhauser meint zum Bild von Erich Werner:
Wir blicken in dieser Farbfotografie von aussen in einen Gartenpavillon, vielleicht aus der Jahrhundertwende. In dem Raum mit Kerzenleuchtern und Schwarz-Weissem Plattenboden stehen zwei Stapel Plastik-Gartenstühle, die hier nicht wirklich hineinpassen; am rechten Bildrand mischt sich der Blick in den raum mit einer Spiegelung der verschneiten Aussenwelt.
Fotografien, sagt unser Hirn, sind Abbilder der Realität – oder dessen, was wir gemeinhin für Realität halten. Dass die Kamera anders sieht als unser Auge, oder vielmehr eben unser Hirn, kann einerseits für Bilder verwandt werden, die wir so noch nicht gesehen haben und nie in der “Realität” sehen werden:
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Bewegte Objekte hinterlassen in Langzeitaufnahmen ihre Spuren. Es lohnt sich, deren Verlauf genau zu planen.
Kommentar des Fotografen:
Ich habe dieses Foto am 27. November 2011 aufgenommen. Es zeigt den Pilaus, Luzerns Hausberg, etwa 30 min nach Sonnenuntegang. Auf dem im Vordergrund liegenden Vierwaldstättersee fuhr zum Aufnahmezeitpunkt ein Schiff vorbei. Bei der Bildbearbeitung habe ich die Rosa- und Blautöne ganz leicht verstärkt. Tags zuvor sind mir die schönen Rosa- und Blautöne nach dem Sonnenuntergang aufgefallen. Ich entschied mich, am nächsten Tag ans Seeufer zu gehen und den Pilatus in dieser Abendstimmung zu fotografieren. Etwas glücklich fuhr gleich noch ein Schiff durchs Bild, was dem Bild etwas Dynamik verleiht. Ich bin sehr zufrieden mit dem Bild und habe aus meinem Umfeld viele Komplimente dafür erhalten. Ich würde mich aber sehr über das Feedback eines Profis freuen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Fabio Walser:
Der Pilatus liegt in dieser Farbfotografie als Silhouette hinter dem Ufer des Vierwaldstättersees bei Luzern. Über dem Gipfel des Bergs prangt ein Sichelmond, leicht weichgezeichnet von einigen Dunstschleiern am Abendhimmel. Im Vordergrund auf dem Wasser sind die Lichter eines Kursschiffes auszumachen, das von rechts nach links durchs Bild fährt.
Eine stimmungsvolle Aufnahme, die besonders wegen des Sichelmondes über dem Pilatus gefällt:
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Wenn man mit perfekter Symmetrie spielt, muß man diese auch ein-/durchhalten.
Kommentar des Fotografen:
Die Spiegelung des Hamburger Hafens an einem Winterabend in der Glasfront des Dockland Gebäudes. Ich habe hier die Linien der Gebäudekonstruktion veruscht zu nutzen, um die Elemente in der Spiegelung zu unterstützen.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Borg Enders:
Der Hamburger Hafen einmal ganz anders. Dein Foto ist ein gutes Beispiel dafür, daß auch oft dargestellte Motive noch anders bearbeitet werden können, wenn man nur ein Auge dafür hat. In dieser Spiegelung wirkt diese Industrielandschaft nicht nur attraktiv und interessant, sondern beinahe romantisch, weil man erst beim zweiten Hinschauen sieht, daß um den Sonnenuntergang herum Ladedocks etc. sind.
Insgesamt gefällt mir Dein Foto also sehr gut, insbesondere die Idee der Aufnahme an sich. Was mir allerdings sofort auffiel:
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Eine HDR-Morgenaufnahme gewinnt den Monatspreis der fokussiert-Kritiker für das beste Bild des Dezembers.
Mit einer Ersteinreichung hat Katharina Neumann im Dezember gleich den Preis von 100 Euro für das Bild des Monats abgeholt: Ihre sanfte Morgen-Landschaftsaufnahme hat alles, was ein wirksames Landschaftsbild braucht – extrem starke Linien, Farben und eine traumhafte Landschaft als Motiv mit vielen feinen Elementen.
Auf den folgenden Rängen:
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