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Blickfang setzen:
Abstraktion, nachbearbeitet

Das Auge des Betrachters geht immer zum hellsten Punkt des Bildes. Wenn dies aber nicht das eigentliche Motiv ist, kann dies eventuell problematisch sein.

Olympus E-M5MarkII, 1/60s bei Blende 7,1 mit 15 mm Brennweite und ISO 200. © Kirsten Heinrich

Olympus E-M5MarkII, 1/60s bei Blende 7,1 mit 15 mm Brennweite und ISO 200. © Kirsten Heinrich

Kirsten Heinrich aus Weinheim hat uns das Bild „Heute geschlossen“ mit folgendem Kommentar eingereicht: Schräg mache ich gerne. Mit Architektur habe ich meine Probleme, selten gelingen mir Bilder, die mich zufriedenstellen. Dieses hier mochte ich sofort – auch ohne Beschäftigung mit Rodtschenko.

Über Rotschenko steht bei Wikipedia: „Vom Dadaismus beeinflusst, gelangte Rodtschenko (Affiliate-Link) über die Fotomontage zur Fotografie, wobei er bald zu einem wichtigen Vertreter der russischen Konstruktivisten wurde. Er wurde besonders durch seine ungewöhnlichen Perspektiven bekannt, aber auch durch die starke abstrakt-grafische Wirkung seiner Aufnahmen.“ Weiterlesen

„2“ – Abstrakte Realität:
Geht das?

Funktioniert Abstraktion, wenn man sie sieht und fotografiert? Selbstverständlich. Und wie! Eigentlich IST Fotografie Abstraktion. Immer.

Abstrakte Containerwand. X100T Aufnahmedaten: 1/70s bei Blende 8 mit 23mm Brennweite und ISO 200

Fuji X100T Aufnahmedaten: 1/70s bei Blende 8 mit 23mm Brennweite und ISO 200

Michael Gündling aus Neulussheim schreibt zu diesem Bild: Ich bin sehr an abstrakter Malerei interessiert, und seit einiger Zeit probiere ich, Abstraktion auch in der Photographie umzusetzen. Mich interessiert vor allem die Emotionalität von Farbe an Alltagsgegenständen auf unseren Straßen. Dieses Bild ist ein Ausschnitt eines Containers, den ich an der Psychiatrie in Heidelberg gefunden habe. Sofort zog mich das intensive Blau, die Ziffer und der kontrastierende Rost an. Mit der schwingenden Kette hatte ich noch eine Ebene. Meine Frage: Funktioniert diese Art von Aufnahme als Foto?

Abstraktion ist Reduktion. Und Fotografie reduziert immer: Die Welt auf einen kleinen Ausschnitt. Also ist Fotografie per se Abstraktion. (Affiliate-Link) Manchmal sehr gute, manchmal unverständliche. Die hier ist sehr gut. Weiterlesen

Gasse in Carona:
Virtuelle Räume

Das Spiel mit Flächen und Strukturen führt oft in die Abstraktion. Wenn es sich mit bildhafter Darstellung mischt, wird die Geschichte besonders interessant. Hier entsteht sozusagen ein gekrümmter Raum…

Gasse in Carona, TI, Schweiz. Aufgenommen auf Farb-Diafilm, gescannt und in Photoshop bearbeitet. © Hans Georg Sandforth

Gasse in Carona, TI, Schweiz. Aufgenommen auf Farb-Diafilm, gescannt und in Photoshop bearbeitet. © Hans Georg Sandforth

Hans Georg Sandforth aus Rietberg: „Gasse in einem Tessiner Bergdorf“. Das Bild wurde mit einer Nikon FM2 auf Farbdiafilm aufgenommen, später gescannt, in Photoshop bearbeitet und in SW konvertiert. Gereizt hat mich am Motiv die Komposition der Formen und strukturierten Flächen.

Die meisten hier kennen wohl den Künstler M.C. Escher.  Er hat sein Publikum im letzten Jahrhundert mit Zeichnungen fasziniert, die vielfach von optischen Täuschungen, (Affiliate-Link) geometrischen Spielereien und der Mischung aus Foto-Realismus und Abstraktion geprägt waren. Du hast sozusagen das fotografische Pendant zu Eschers Grafik der „unmöglichen Konstruktionen“ geschaffen – sehr interessante Stilrichtung! Weiterlesen

Stadthalle Magdeburg:
Linien von A bis Z

Diese Architekturfotografie lebt von Abstraktion, die auch bis zum Rand durchgehalten werden sollte.

Olympus E-620 Aufnahmedaten: 1/320s bei Blende 5,6 mit 27mm Brennweite und ISO 100

Olympus E-620 Aufnahmedaten: 1/320s bei Blende 5,6 mit 27mm Brennweite und ISO 100

Henrik Lauber aus Nienburg: Ich fand die Stadthalle Magdeburg mit ihren Linien und den verschiedenen Rotbrauntönen beeindruckend. Gleichzeitig ergaben sich beim Zeitpunkt der Aufnahme interessante Schattenformen. Das Foto entstand von einem benachbarten Aussichtsturm aus.

 

Wie der Fotograf in seiner Beschreibung bereits erwähnt, wird das Bild von seinen diagonalen Linien und den Farben grau und rotbraun dominiert.

Farblich entsteht ein schöner Kontrast zwischen den rotbraunen Ziegelsteinen und Fliesen und den grauen Betonplatten auf dem Vorplatz sowie den Bitumenbahnen auf dem Flachdach.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Um die Komposition zu analysieren, habe ich im nächsten Bild die bestimmenden Linien eingezeichnet.

Da wären zunächst die Linien der Stadthalle, die ich in cyan nachgezogen habe. Auf den zweiten Blick sind weitere Linien (magenta) zu entdecken, die durch den Schattenwurf der Laternen auf dem Vorplatz und auf dem Dach der Stadthalle entstehen. Die Enden dieser Linien lassen sich zu einigen weiteren Linien (gelb) verbinden. Zudem führt ein heller gepflasterter Weg auf den Haupteingang der Stadthalle zu, in dem sich drei weitere dunkle Linien hervorheben (grün).

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Das Zentrum das Bildes liegt ungefähr im goldenen Schnitt an der Stelle, wo die Linien am Haupteingang der Halle zusammenlaufen und der helle Weg endet.

Mir fällt auf, dass nicht alle Linien im Bild bis zum oberen und unteren Bildrand reichen. Das an sich abstrakte Muster dieses Bildes (Affiliate-Link) setzt sich nicht bis in den Randbereich fort, so dass dort etwas Ablenkung entsteht.

Durch Beschnitt auf ein 16:9-Format lässt sich das bildbestimmende Muster weiter abstrahieren und so die Bildaussage etwas stärker verdichten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Falscher Weissabgleich:
Fehler sind keine Kunst

Ein falscher Weissabgleich stört den Eindruck fast immer. Fehler werden erst zur Kunst, wenn sie bewusst eingesetzt werden.

Stadtansicht in Blaustich

Panasonic Lumix DMC-FZ150 mit 1/1000s bei Blende 5 mit 27mm Brennweite und ISO 100

Wolfram Witzel aus Pfinztal: im Rahmen einer Foto-Exkursion entstand dieses Foto. Fasziniert und zugleich erschreckt hat mich die Monotonie moderner Architektur, dort wohnen tatsächlich Menschen. Bei der Aufnahme habe ich leider nicht bemerkt, dass ich den Weißabgleich der Kamera auf „Kunstlicht“ eingestellt hatte (Anfänger ;-) ). Bei der Betrachtung am Bildschirm finde ich aber, dass die „Kälte“ der Wohnbebauung gerade verstärkt wird.

Grade eben habe ich noch erklärt, mit der Farbe könne man nicht falsch liegen, wenn man eine Absicht verfolge. Und jetzt das: Ein Farbstich via Weissabgleich geht gar nicht.

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Grafische Übersteigerung:
Ein neues Werk

Bildkomposition kann auch in der Nachbearbeitung stattfinden, wie alle anderen Manipulationen auch. Bisweilen entsteht dabei etwas ganz neues.

Möwen im Wasser, überzeichnet

Möwen im Wasser, überzeichnet

Hans Müller aus Reutlingen schreibt: hab von einer Flussbrücke aus gesehen, wie sich ein Schwarm Möwen um irgend ein fressbares Etwas stritten.
Mit der Kamera habe ich einfach in der Totalen draufgehalten. Was blieb mir anderes übrig? Die Vögel ließen sich nicht arrangieren, und an solche Feinheiten wie z. B. den Goldenen Schnitt haben sie sich auch nicht gehalten. Und nach zwei „Schuss“ war der ganze Spuk vorbei. Vom Ergebnis war ich total enttäuscht. Wohl aufgrund des flauen Lichts (bedeckter Himmel) und des braunen Wassers war alles eine mehr oder weniger kontrastlose Angelegenheit. Ich habe dann -zugegeben- alles, was photoshop innerhalb meiner bescheidenen Fähigkeiten als Autodidakt hergibt eingesetzt und mich für diese Version entschieden. Sehr starke Beschneidung, Wasser eher grün (war eine braune schmutzige Brühe), Tonwert, Kontrast, Schärfe. (SW hab ich probiert, aber verworfen). Ich kann inzwischen nicht mehr objektiv urteilen, rein graphisch gefällt’s mir.

Wenn’s Dir gefällt, ist der Hauptzweck Deiner Fotografie erfüllt. Wenn es andern auch etwas sagt, ist der wichtigste Nebenzweck erfüllt. Vielleicht aber kann man es dennoch weiter verbessern. Auch für Dich?

Du hast „alles, was Photoshop hergibt“, eingesetzt, und ich musste über den Satz schmunzeln: Weiterlesen

Foto-Abstraktion in Eis:
Ein Gesicht in blau

Im Fotostudio lassen sich mit Fantasie und Ideen Abstraktionen kreieren, an deren Perfektionierung man bestens arbeiten kann.

Eis-Abstraktions-Fotografie

Gegenstand im Eis. NIKON D7000, 1/160s bei Blende 5.6 mit 105mm Brennweite und ISO 100 © Emil Licht

Emil Licht aus Sassenburg: Im dunklen Februar habe ich mit Gegenständen in Eis experimentiert, um nicht vor die Tür zu müssen.

Die Eisblöcke wurden mit 2 Blitzen und Farbfolie ausgeleuchtet.  Bei diesem Bild gefällt mir im Nachhinein das schemenhafte Gesicht oder
besser die Fratze in der unteren linken Bildhälfte.

Abstrakte Fotografie bietet den Vorteil, dass jede Betrachterin für sich entdecken kann, was sie will. Und jeder Betrachter, was ihm passt. Jedenfalls, wenn es in der Abstraktion etwas zu sehen gibt.

In dieser Farbfotografie sehen wir einen Gegenstand in blau, der sich von links unten nach rechts oben in einer durchsichtigen Masse zu befinden scheint. Dabei fällt auf, dass nicht nur Tiefen-Unschärfe für die räumliche Wirkung verantwortlich zu sein scheint.

Hättest Du hier einfach nur eine zerknüllte Folie – dafür halte ich das Objekt – im Studio fotografiert, dann hätte das wohl auch ein interessantes, aber nicht ein so fesselndes Bild ergeben. Ich glaube, der Trick mit dem Eis besteht genau darin, dass es zwar durchsichtig ist, Du aber damit eine zweite Schicht der Schärfentiefen-Steuerung, oder vielmehr einer Art Schärfentiefe-Zufall, in das Motiv einbaust.

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Studiofoto:
Reduziert bis zuletzt

Reizvolles Experiment mit Licht, Glas und Wasser: Diese Fotografie erreicht Abstraktion durch Hyperrealismus.

Wasserglas, Studiofotografie

Wasserglas, Studiofotografie, NIKON D300, 1/100s bei Blende 7 mit 105mm Brennweite bei ISO 160, erzwungener Blitz. © Bernd Schösser

Bernd Schösser aus Hasselroth schreibt zu diesem Bild:
Die Idee hier war, ein Glas in seiner einfachsten Form als abstraktes Bild dar zustellen. Es sollten so wenige Elemente (Lichtreflexe) wie möglich im Bild erscheinen, die von der Form ablenken. So sollte es keine oder wenigsten nur sehr geringe Achsenfehler beim Glas geben. Ich meine damit, dass der vordere und hintere Glasrand / die Flüssigkeit sich decken sollten. Eine weitere Erwartung ist es, den Betrachter einen Moment mit einem doch „sehr einfachen“ Foto zum hinsehen zu locken.

Wir alle kennen das: Das kleine Vorschaubild einer Fotografie im Monitor der Kamera wirkt spannend und scharf – das originalgrosse Bild später ist technisch in Ordnung, aber verliert seine Wirkung mit der Grösse. Und dann gibt es den umgekehrten Effekt: Als Icon wirkt die Fotografie nicht als Blickfang. Ab einer bestimmten Grösse dagegen zieht sie alle Augen an.

Diese Farb-Fotografie eines Wasserglases, die praktisch keine Farben aufweist und nur von Form und Kontrast lebt, ist so ein Fall. Im rechten Drittel der vor einem grauen unendlich-Hintergrund (Affiliate-Link) aufgenommenenen Fotografie ist ein klares Wasserglas zu sehen, das mit einer ebenso klaren Flüssigkeit gefüllt zu sein scheint. Das Glas spiegelt sich im Vordergrund, die Spiegelung löst sich vor dem unteren Bildrand in einem Verlauf auf.

Ich mag mir nicht vorstellen, wie lange Du an dieser Aufnahme gefeilt hast: Wer schon mal versucht hat, die Lichtbrechung einer Flüssigkeit oder die Spiegelung in einem Trinkglas zu fotografieren weiss, dass der richtige Fokus und die Beleuchtung ein wahres Geduldsspiel sind.

Vom technischen Standpunkt ist zu bemerken, dass das Bild durchgehend scharf und dem Gegenstand oder der Absicht entsprechend korrekt belichtet ist.

Histogramm Wasserglas

Das Histogramm: Farbbild mit minimalsten bunten Pixelüberschüssen.

Dein Bemühen, die Perspektive exakt in der Achse des Glasrandes zu bringen, ist ebenfalls belohnt worden, und dank der relativ langen Brennweite von 105mm ist die „Draufsicht“ auf die unter dem Glasrand liegende Flüssigkeitsoberfläche und den Glasboden kaum, aber gerade noch so wahrnehmbar, dass die Fotografie erkennbar bleibt und nicht für eine Grafik gehalten wird.

In der Umsetzung scheinst Du aber alles genau darauf ausgelegt zu haben – und das macht die Wirkung der Fotografie aus: Sie ist in der Reduktion von Farbe und Licht dermassen radikal (und in der Komposition mit dem rechten Drittel zusätzlich in der Raumaufteilung), dass man unweigerlich genau hinschaut, um zu prüfen, ob es sich um Realität oder Synthetik handelt.

So, wie beim Leder kleine Narben auf die Natürlichkeit hinweisen, suchen wir in dieser Fotografie nach Hinweisen auf ein Lichtbild. Unreinheiten im Glas, ein Bläschen im Wasser – nichts davon zeigt sich. Dadurch wird die Darstellung abstrahiert: Sie wird zum Schatten und zur Lichtbrechung eines mit Wasser gefüllten Glases ohne dessen Charakter, ohne Fingerabdrücke, Spiegelungen, Farbeinflüsse.

Histogramm Farbe Wasserglas

Das Histogramm zeigt übrigens eine sehr ungewöhnliche Formation: Alle drei Basisfarben sind fast absolut identisch (aber nur fast). Damit handelt es sich um eine „natürliche Schwarzweiss-Fotografie“: Das Bild besteht nur aus identisch unterschiedlichen Helligkeitswerten aller Farben, was eben eine Abstufung von weiss bis schwarz ist. Du hast dem Bild also nicht die Farbe entzogen, sondern dem Motiv: Es gab keine Farbe im Setting. Das ist eine weitere Ebene der Reduktion und der Abstraktion.

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Ich würde mir vorstellen, dass die Aufnahme in hoher Auflösung, so gross wie möglich gedruckt, am besten wirkt: Wenn der unwillkürliche Versuch, eine Imperfektion zu finden, auch beim Herantreten an das Bild nicht erfolgreich wird. Oder, noch besser: Vielleicht eben doch, indem die nicht ganz symmetrische gleiche Dicke des Glases über dem Boden das Quäntchen Unregelmässigkeit bringt, das die Realität der rafischen Perfektion voraus hat.

Einziger Wermutstropfen ist für mich die vor dem unteren Bildrand auslaufende Spiegelung. Und zwar deshalb, weil wir diesen Effekt von allgegenwärtigen Grafiken und Icons auf dem Mac-Desktop und dergleichen kennen. Ich würde die Spiegelung deswegen entweder knallhart aus dem Bild laufen lassen. Oder ich hätte weiter experimentiert und versucht, sie insgesamt in den Frame zu setzen.

Jedenfalls bin ich froh, mir Deine Aufnahme schliesslich doch noch gross angesehen zu haben, denn in ihrer gesamten kalten, reduzierten Perfektion legt sie eine ganz andere Wirkung an den Tag.

Abstraktion aus der Kamera:
Bewegte Brücke

Mit minimalen Belichtungsverfehlungen lassen sich zeitweilig sehr spannende Fotos machen. Hier hat der Fotograf die Kamera bewegt – und ein paar andere Tricks angewandt.

Oberbaum-Brücke in Berlin in Bewegung

Oberbaum-Brücke in Berlin in Bewegung. © Martin Wolfert

Martin Wolfert aus Waldbronn: Das Foto habe ich in Berlin auf der Oberbaumbrücke mit einer längeren Belichtungszeit mit meiner Fuji X100 (Affiliate-Link) aufgenommen.
Während des Auslösens habe ich die Kamera ein wenig vertikal nach oben gezogen, um den Bewegungseffekt zu erreichen. Das Foto wurde in Photoshop unter Zuhilfenahme verschiedener Ebenen und zwei zusätzlichen Hintergrundbildern stark bearbeitet. Das Ziel meiner Bearbeitung war es, die Lichtstimmung in der Bildmitte vom dunklen Vordergrund zu separieren, und beides abstrakt zu „interpretieren“.

In diesem quadratisch geschnittenen Bild blickt der Betrachter durch den Innenraum einer gedeckten, stark abstrahierten (Holz-) Brücke in den hellen Teil. Dort sind mindestens vier Personen knapp erkennbar, die aus dem Bild heraus auf den Betrachter zuzugehen scheinen. Die Aufnahme wirkt in der Vertikalen stark bewegt, hat etwas von einem Aquarell, weist aber auch einen durchgehenden Schleier eines Marmor-Musters auf und zeigt in der Bildmitte einen seltsam glühenden roten Punkt.

Der Punkt: Er stört mich, muss ich sagen. Wie überhaupt die zweite Bildebene. Aber der Reihe nach: Weiterlesen

Perspektiven in Heidelberg:
Blass ohne Grund

Fotos kommen meistens nicht perfekt aus der Kamera. Sie unbearbeitet zu lassen, läßt mich als Betrachter im Regen stehen. Hier hätte es zumindest eine Farbkorrektur gebracht.

Nikon D70 - f/9 - 1/320 s - ISO 640 - 50 mm - (c) Lisa Rossbach

Nikon D70 – f/9 – 1/320 s – ISO 640 – 50 mm – (c) Lisa Rossbach

Lisa Rossbach aus Heidelberg schreibt zu diesem Bild:

„Das Bild habe ich in Heidelberg auf dem Unigelände aufgenommen, wo es überwiegend Architektur aus den 80er Jahren gibt. Ich habe mit unterschiedlichen Formen und Perspektiven gespielt um eine spannende Komposition zu erreichen.“

Es ist fazinierend, was mal architektonisch als schön galt. Zumindest ist es irgendwo fotografisch interessant, und das hast Du hier gezeigt. Weiterlesen