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Fotokunst mit Symmetrie (2/2):
Mandalas

 Wenn man Fotografien ein wenig öfter als nur einmal und in mehreren Achsen spiegelt, entstehen Mandalas: Geometrische Figuren.

Fotografische Mandalas

Hibiskus (©Dierk Topp)

Diese Bilder bestehen aus mehrfachen und gedrehten Spiegelungen. Die Bearbeitung ist komplizierter.
„Mandala (Sanskrit) ist ein figurales oder in der Form des Yantra geometrisches Schaubild, das im Hinduismus und Buddhismus in der Kultpraxis eine magische oder religiöse Bedeutung besitzt. “ (Wikipedia)
Als ich damit anfing, habe ich sehr viele Aufnahmen mit einem möglichen Mandala-Bild im Kopf gemacht. Die Bilder selbst sind deshalb als solche kaum zu gebrauchen.
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Fotokunst mit Symmetrie (1/2):
Gespiegelt

Fotografische Spiegelungen, Reflexionen – es ist nicht so einfach, eine passende Bezeichnung zu finden für diese Art der Bildbearbeitung. Ich möchte zeigen und anregen, was wir weit jenseits der „normalen“ Bearbeitung aus unseren Bildern machen können.

Fotografische Spiegelungen

Blatt auf Naturstein: Es entstehen bei den fotografischen Spiegelungen oft irgendwelche „Gesichter“ © Dierk Topp

In den ersten Bildern wird das Original zwei bis vier mal gespiegelt, im zweiten Teil mit Mandalas noch um ein Vielfaches mehr. Die meisten der hier gezeigten Bilder sind 10 bis 15 Jahre alt.

Die Fotografien sprechen sicher für sich: Weiterlesen

Vernissagen-Foto:
Mut zur Gewichtung

Menschen faszinieren uns immer noch am meisten – und sie sind besonders dann interessant, wenn sie sich intensiv mit etwas auseinandersetzen.

SpiegelungGerhardrichter

„Genau betrachtet“ – Besucher einer Gerahard-Richter-Ausstellung © Johannes Joha

Johannes Joha aus Bergheim schreibt zu diesem Bild: Das Foto stelle ich zur Eröffnung der Ausstellung anlässlich des 85. Geburtstages von G. Richter im Museum Ludwig, Köln. vor. Die Aufnahme entstand im August 2011 im Museum Ludwig und zeigt eine geführte Besuchergruppe vor und neben Werken von Richter: „48 Porträts“ deutscher Geistesgrößen und seiner mehrteiligen Glasscheibeninstallation. Der Reiz des Fotos besteht in den optischen und inhaltlichen Reflexionen des fotografischen Bildinhaltes. Die Besucher betrachten die auf Fotos basierenden Porträts und werden selbst Gegenstand eines Fotos. Gleichzeitig spiegeln sie sich unbewußt in einem Werk des gleichen Künstlers. Die abstrakte Spiegelung steht im Kontrast zu den realistischen Porträts Richters. Zusätzlich wird ein Porträt auf der Tragetasche einer Besucherin sichtbar. Obwohl ich das Foto der Kategorie „Schnappschuss“ zugeordnet habe, ist es von mir bewusst so gesehen und festgehalten worden.

Ich habe selber erst vor nicht allzu langer Zeit die Vernissage als ein lohnendes Event für People-Fotografie entdeckt: Leute, die ins Gespräch vertieft sind und dabei Bilder betrachten, andächtig staunende Menschen, unverständig blickende Augenpaare – es ist alles im Übermass da.

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Street-Fotografie:
Schärfentiefe Spiegelung

Die Diskussion über die Street-Fotografie ist in vollem Gange: Hier eine Aufnahme, die keine Gesichter zeigt, dafür technische und kompositorische Fragen nach der Schärfentiefe aufwirft.

Street-Fotografie Rushhour

Canon PowerShot G7 X Mark II – 1/20s bei Blende 2.8 mit 36mm Brennweite und ISO 200 © Michael Wagner

Michael Wagner aus Lilienthal schreibt zu diesem Bild: Ein regnerischer, trister Abend in Hannover, die Menschen eilen nach Hause, in den leeren Geschäften sind die Schaufenster noch erleuchtet. Diese Stimmung wollte ich im Bild festhalten und wählte den Bildausschnitt mit der Pfütze, in der sich das Schaufenster spiegelt. Die Umsetzung in SW soll die triste Stimmung des Regenabends verstärken.

Wo setze ich bei einer Spiegelung den Fokus: Auf das Objekt, das spiegelt, oder das, das sich darin spiegelt? Wie ist dabei mit der Schärfentiefe umzugehen?

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Studiofotografie:
Stillleben mit Gouda

Was für ein ungehobelter Käse. Man kann originelle Ideen in Stilleben umsetzen. Da schaden auch ein paar Haken nichts.

Fotografie eines Hobels mit einem Gouda-Käse

Canon EOS 6D 4s bei Blende 16 mit 100mm Brennweite und ISO 100

Richard Rduch aus Krefeld schreibt zu diesem Bild: Foto aus der Serie TOOLS & FOOD. Es ist eine Reihe entstanden wo Werkzeug mit Essen dargestellt wird. Die Kombination, obwohl vielleicht etwas kurios und seltsam („man spielt mit dem Essen nicht“), soll ein Lächeln hervorzaubern. Außer Idee wäre mein Ziel auch die perfekte technische Darstellung. Ob mir das gelungen ist?

Farblich sehr ansprechend, leuchtet uns hier ein Käse entgegen. Ein paar Fragen wirft das Bild aber schnell auf – und nicht nur inhaltliche:

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Schatten-Selfie:
Reduzierte Fotografie

Durch Neubeschnitt eines Bildes lässt sich das Wesentliche hervorheben. Hier Zum Beispiel in einer komplexen Spiegelung in einem Schwarz-Weiss-Foto.

Kamera: DMC-TZ10 Aufnahmedaten: 1/20s bei Blende 3,8 mit 8,5 mm (ca. 50 mm KB) Brennweite und ISO 400 © Ingrid Steinmel

Kamera: DMC-TZ10 Aufnahmedaten: 1/20s bei Blende 3,8 mit 8,5 mm (ca. 50 mm KB) Brennweite und ISO 400 © Ingrid Steinmel

Ingrid Steinmel aus Kriftel: Hallo an die fokussiert-Autoren! Das Bild ist entstanden mit meiner kompakten Lumix TZ10 auf dem Dachboden der Jugendherberge in Kaub am Rhein. Hinter mir ist ein großes Fenster im Giebel, vor mir ein Geländer, etwas weiter im Raum eine Glasscheibe und dahinter der restliche Raum mit einer geschlossenen Wand. Die Lampen beleuchten durch das offene Dachgebälk den darunter liegenden Raum, wo die Proben unseres Chorwochenendes stattfanden. Das helle Tageslicht an einem sonnigen Tag bildet Mensch und Objekte auf der gegenüberliegenden Wand als Schatten ab. Mir gefällt, das nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, was auf dem Foto abgebildet ist. Das Bild habe ich von den ursprünglich bräunlichen Farbtönen mit Silver Efex Pro in S/W umgewandelt, die Exif-Daten sind eingebettet. Mit der Auswahl einer Kategorie habe ich mich schwer getan, es schien mir nichts richtig zu passen, daher reiche ich es als Schnappschuss ein.

Du hast hier ein Selfie in der Kategorie „Schnappschuss“ eingereicht, welches von Licht und Schatten lebt. Dadurch, dass du vor einem sehr hellen Fenster stehst, wird durch die über das gesamte Bild gemessene Belichtungsmessung getäuscht und das ganze Bild dunkler dargestellt, als die Szene in Natura aussieht. Man kennt ja die Bilder, wenn eine Person vor einem hellen Fenster fotografiert wird und diese nur schwarz abgebildet wird. Weiterlesen

Fassadenspiegel:
Mehr offen lassen

Spiegelnde Fassaden sind namentlich in klassischer Nachbarschaft ein beliebtes Fotomotiv und eine Kunstart der Architektur. In der Fotografie lassen sie mehr mit sich machen, als einfach nur abzudrücken.

Glasfassade mit gespiegelter Klassik

Nikon D3100 1/80s bei Blende 9 mit 28mm Brennweite und ISO 200 © Markus Geier

Markus Geier aus Ober-Olm: In der Glasfront des quaderförmigen Komplexes spiegeln sich die Fronten der gegenüber liegenden Gebäude derart, dass der Eindruck einer Komposition aus Alt und Neu entsteht.

Stürzende Linien sind in der Architekturfotografie (nicht immer) ein Problem. Hier hätte sich aber weite mehr als die Verzerrung durch die verkippte Kamera überarbeiten lassen.

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Schrill und spannend:
Schwankende Gestalten

Mit Sonderausrüstung wie dem Lensbaby kann man spannende Motive weiter verfremden. Während dabei vielfach übertrieben wird, ist der Effekt hier zurückhaltend und Bildverstärkend eingesetzt.

Sony Alpha 57, Lensbaby Sweet 35, ISO 800, 1/5 sec, Blendenwert nicht gespeichert - wohl recht weit offen

Sony Alpha 57, Lensbaby Sweet 35, ISO 800, 1/5 sec, Blendenwert nicht gespeichert – wohl recht weit offen

H. Ullrich aus Marienthal: Das Bild ist an einem diesig-feuchten Winterabend an einer Haupverkehrsader in Mainz entstanden. Die Lichter der Straße wurden diffus in der feuchten Luft zu einer mystischen unwirklichen Welt gestreut. Das Lensbaby sweet 35 Objektiv tat das übrige. Ein Stativ hatte ich mal wieder nicht dabei, also habe ich mich für mehr Stabilität mit der Schulter an die Fassadenfront gepresst und die Spiegelung in der Fensterfläche gleich ins Bild mit aufgenommen… (Sony Alpha 57, Lensbaby Sweet 35, ISO 800, 1/5 sec, Blendenwert nicht gespeichert – wohl recht weit offen)

Was ich hier besonders toll finde? Dass man der Aufnahme nicht sofort anmerkt, dass sie mit einem Lensbaby (Affiliate-Link) geschossen wurde! Weiterlesen

Randkontrolle bei Panoramaaufnahmen:
Elphi im Sommer

Auch bei Panoramaaufnahmen sollte man auf die Bildränder achten und diese zumindest in der Nachbearbeitung bereinigen, wenn dadurch die Komposition verdichtet werden kann.

© SVEN MAHN – Hasselblad H5D-40, 23 s, f/11, 50 mm, ISO100

© SVEN MAHN – Hasselblad H5D-40, 23 s, f/11, 50 mm, ISO100

Sven Mahn aus Hamburg schreibt zu diesem Bild:

Bei einem Abendshooting vor ein paar Tagen ist mir die ruhige Elbe und die nun fast Ohne Einrüstung stehende Elbphilharmonie aufgefallen. Ich denke in ein paar Jahren wird sie eine der meisten abgelichteten Objekte in Deutschland werden. Kosten und Mühen des letzten Jahrzehnts werden vergessen sein, wenn sie im Januar eröffnet wird. Das Bild wurde mit eine H5D40 und einem ND Filter geschossen.

Einleitende Anmerkungen

Die Elbphilharmonie in Hamburg reiht sich in eine ganze Liste von baulichen Großvorhaben der letzten 10-plus Jahre ein, die sich am Anfang gut anhörten und aber dann nach Kostenexplosionen, Verzögerungen und anderen Kontroversen bereits VOR ihrer Fertigstellung (im Fall des Berliner Flughafens bezweifeln wohl die meisten, ob und wann er jemals fertig werden wird) einen Ruf im Sinne von „berühmt-berüchtigt“ entwickelt haben. Ich bin allerdings wie Du der Meinung, dass die Elbphilharmonie in ein paar Jahren wie geplant zum neuen Wahrzeichen Hamburgs werden wird – schon jetzt wird sie begeistert besucht und fotografiert, obwohl sie erst im Januar 2017 eröffnet werden soll. Weiterlesen

Foto in Lagen:
Besuchen Sie uns …

Ein Foto kann durch geschickte Überlagerung mehrerer Motive zu einem Augenschmaus werden.

dsc0701-ffmzeil

Marcus Leusch aus Mainz schreibt zu diesem Bild, das er unter dem Titel „Besuchen Sie uns…“ eingereicht hat:

„Frankfurt/Zeil/2014: Auf Rollbändern und in Hochgeschwindigkeitsaufzügen geht es heute zum „Platz an der Sonne“. Das Tageslicht diffundiert durch blank geputzte Oberflächen, Lichtspiele und Leuchtreklame inszenieren sich selbst, Lampenschirme schweben wie kleine Planeten durch den Raum. Der Horizont hat sich verabschiedet. Oben und unten sind eine Illusion des Marketings. Die Atemluft wird gefiltert und im Sommer darf man sich airconditoned wohl fühlen. Ein Kokon aus Stahl und Glas schließt sich stumm und alternativlos beim „Erlebniskauf“ um die Besucher. In der Mall riecht es wie Unrat nach der Politur des Käuflichen…“

Aufnahmedaten: Nikon D700 (Vollformat), Objektiv: 50 mm/2.8 bei Blende 5.6, Belichtungszeit: 1/80, ISO 800, Entwicklung in Lightroom/Photoshop, Kontraste angehoben …

Manche Fotos transzendieren so sehr die üblichen fotografischen Regeln und Vorstellungen, daß man es nur „freiform“ besprechen kann. Dieses ist so eines.

So, wie in Deutschland beispielsweise Kartoffelsalat auch heute noch ein typisches Essen für Picknicks oder Parties ist, gibt es in Amerika kulinarische Mitbringsel, die man fast schon erwarten kann, wenn man zu einem entsprechenden Anlaß irgendwo hinkommt. Eines davon ist der sogenannte „7 Layer Dip„, und so hergeholt die Assoziation jetzt auch sein mag, daran fühlte ich mich erinnert, als ich Dein Bild sah. (Der Dip besteht aus je einer Lage pürierte „mexikanische“ Bohnen, Sauerrahm, Guacamole, Salsa, fein geschnittener Salat, geriebener „mexikanischer“ Käse, fein geschnittene Tomaten; garniert wird er gerne mit Oliven. Aus der Schüssel geschaufelt wird er mittels Tacochips.) Weiterlesen