Fotografieren:
Die bildnerische Erarbeitung von Industrieruinen (1)
In diesem vierteiligen Tutorial möchte ich Euch ein reizvolles, aber auch anspruchsvolles Segment der Fotografie in kompakter Form vorstellen. Hier zunächst eine Übersicht über die Inhalte …
Suche nach geeigneten Objekten
Rechtliche Klärung
Einschlägige Recherche
Führung durch das Objekt
Die eigentlichen Aufnahmen
Ausarbeitung der Bilder
Verwertung der Bildserien
Fazit
Einleitung
In gewisser Weise läßt sich das hier Gesagte natürlich auch auf Ruinen und Brachen anderer Art anwenden – verlassene Wohnhäuser, Hotels, Kliniken, Sportstätten und manches mehr …
Ein solcher Blick ist immer einer, der gleichzeitig auf die Gegenwart und die Vergangenheit gerichtet ist. Mut und Entdeckungsfreude sind gefragt, wenn wir solche Stätten durchstreifen, und diese Gefühle können zu einer kreativen Spannung beitragen. Wenn wir es schaffen, die atmosphärischen und historischen Bezüge in unseren Bildern lebendig werden zu lassen und dem Betrachter eine Geschichte zu erzählen, dann haben wir tatsächlich eine Chance, etwas über den Augenblick Hinausreichendes und damit Zeitloses zu schaffen – Bilder mithin, die nicht in der (man erlaube mir den Ausdruck) ‘Flut digitaler Belanglosigkeiten’ untergehen.
Doch auch die Fallstricke sind Legion – nicht nur in rechtlicher, technischer oder kompositorischer Hinsicht, sondern auch im Sinne persönlicher Gefährdung.In diesem Tutorial möchte ich Euch (auf der Basis meiner eigenen Erfahrungen, die ich in langjähriger Beschäftigung mit diesem Thema gesammelt habe) einige Anregungen geben, wie man solche Projekte auf anspruchsvolle Weise – und unter Umgehung besagter Fallstricke – angehen kann.
Die gezeigten Beispielbilder stammen aus meinen aktuellen Projekten ‘Der Abriß‘ (2012), ‘Der Geschmack der Erinnerung‘ (2012) und ‘Was vom Werke übrig blieb’ (2013, noch nicht publiziert).
Suche nach geeigneten Objekten
Dies – die Suche nach geeigneten Objekten – gestaltet sich nicht immer ganz einfach.
In meiner eigenen Region, dem halbwegs prosperierenden Südwesten Deutschlands, herrscht milde gesagt eine gewisse ‘Plattmachmentalität’. Die Gemeinden scheinen heutzutage wenig Muße oder Mittel zu haben, stillgelegte Produktionsstätten auch nur in Teilen zu erhalten und etwa als Industriemuseen zu präsentieren oder für andere Zwecke umzuwidmen. Statt dessen werden händeringend Investoren gesucht, die Gewerbesteuern versprechen und dann völlig freie Hand bekommen – und so steht dann (wie etwa bei meinem Projekt ‘Was vom Werke übrig blieb’) der baldige Abriß des Bestands und der Neubau des gefühlt 83. Baumarktes in der Region (kennt man einen, kennt man alle) zu Gebote.Ein gewisser wirtschaftlicher Niedergang, so bedrückend dies auch für die Beschäftigungs- und Konsummöglichkeiten in einer Region sein mag, bremst nach meiner Erfahrung die ‘Plattmach- und Wiederaufbaufreude’ merklich und öffnet das Zeitfenster für solche Fotoprojekte. Eine andere Verlängerungskonstellation entsteht, wenn sich die Gutachter (wie etwa in meinem Projekt ‘Der Geschmack der Erinnerung’) seit Jahren hinsichtlich der Schadstoffbelastung im Boden in den Haaren liegen …
Bei der Suche nach geeigneten Objekten bewährt es sich also, Augen und Ohren offen zu halten. Auch Stadtarchivare und Presseleute wissen oft viel über solche ‘hot spots’.





























































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