Guckst du mal fern? Herrinnen und Herren des Lichts

Die TV-Programme verzeichnen in den nächsten Tagen eine ganze Reihe von Beiträgen über Fotografen. Eine Zusammenfassung – von Gabo, der “Herrin des Lichts”, über die Herren Malick Sidibé und Titarenko bis zu Parr.

Malick Sidibé: Friends fighting with stones, 1976 Bildrechte: ZDF / © Malick Sidibé/CAAC/The Pigozzi Collection, Genf

Malick Sidibé: Friends fighting with stones, 1976 Bildrechte: ZDF / © Malick Sidibé/CAAC/The Pigozzi Collection, Genf


Malick Sidibé: Friends fighting with stones, 1976
Bildrechte: ZDF / © Malick Sidibé/CAAC/The Pigozzi Collection, Genf

Am Freitag, 11. Juli, gibt’s bei Arte um 22.25 Uhr einen Film über den großen alten malischen Fotografen Malick Sidibé – Titel: Dolce Vita Africana.

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Strukturlandschaft:
Konzentration aufs Objekt

Muster, Linien und Strukturen in der Landschaft sind beliebte und dankbare Motive. Sie müssen aber so stark wie möglich betont werden und dürfen in der Aufnahme nicht zum Nebenaspekt verkommen.

Johannes Treeck: Einfach Niederrhein

Johannes Treeck: Einfach Niederrhein


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Johannes Treeck). – Sony DSC-R1 – 1/40s – f/16 – ISO 160 – 71.5mm

Kommentar des Fotografen:

Aufgenommen in Kranenburg/Niederrhein am 21.05.2008. Titel “einfach Niederrhein”. Auf der Suche nach interessanten grafischen Strukturen in den Feldern fand ich diesen Ort; das Foto sollte einen möglichst hohen Schärfentiefenbereich bekommen, daher die maximale Blende (f16) der Sony-DSC-R1, die bei dieser Belichtungszeit(1/40) auf das Stativ kam. Mir gefällt das spannungsvolle im Bildaufbau. Gerne geändert hätte ich die Lichtverhältnisse, aber das stand nicht in meiner Macht. Versuch in SW habe ich gemacht, allerdings nicht so erfolgreich, dass ich die Version einsenden könnte.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Johannes Treeck:

Die grundlegende Idee, die hinter diesem Bild steckt, ist nicht schlecht, aber die Umsetzung leidet unter zu viel grüner, offener Fläche:

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Farbtemperatur und Weißabgleich:
Warm oder kalt?

Für uns schaut die Welt morgens, mittag und abends fast gleich aus. Für die Kamera dagegen nicht. Um die Fähigkeiten des menschlichen Auges nachzubilden, benötigt sie den Weißabgleich – doch der kann einem auch ein stimmungsvolles Sonnenuntergangs-Foto zunichte machen.

Sonnenuntergang im Pazifik

Sonnenuntergang im Pazifik


Dieser sich in Wolken und Meer spiegelnde Sonnenuntergang in den Tropen konnte nur mit einem auf Tageslicht fixierten Weißabgleich in seiner einzigartigen Lichtstimmung festgehalten werden. (Bild: W.D.Roth)

Unser Auge und die Bildbearbeitung in unserem Kopf stellen sich auf die Umgebungsbedingungen automatisch ein. Wenn wir von einem hellen in einen dunklen Raum kommen, sehen wir zwar im ersten Moment sehr wenig, doch nach einigen Minuten sieht die Welt wieder ganz normal aus.
Ähnlich ist es mit der Lichtfarbe, also der Verteilung bzw. Intensität der einzelnen Farben im Spektrum: In der Dämmerung tendiert sie sehr ins Bläuliche, deshalb wird auch von der “blauen Stunde” gesprochen; wenn die Sonne aufgeht, wandelt sich die Lichtfarbe ins genaue Gegenteil, ins Rötliche.

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Überempfindliche Romantik:
Sumpfdelta in Schwarz

Ein riesiger Vorteil der Digital-Kameratechnik ist ihre variable Empfindlichkeit. Aber neben der ISO-Zahl lässt sich bei dunklen Verhältnissen auch mit der Blende und der Belichtungskorrektur operieren. Hohe Empfindlichkeit bringt nämlich leider auch hohes Rauschen und lässt wenig Spielraum für die digitale Dunkelkammer.

Thyl Sieber: Am Donaudelta

Thyl Sieber: Am Donaudelta


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Thyl Sieber). – Brennweite 47mm, 1/500s bei f/18 und ISO 1600

Kommentar des Fotografen:

Sonnenuntergang im Donau-Delta, im grössten Sumpf der Welt. Man sieht das wunderbare Romantische an dieser Landschaft, das Wasser, in welchem sich die Sonne spiegelt und im Gegensatz dazu auch die sumpfig-ekligen Wasserpflanzen, die da vom Ast ins Uferwasser voller Seegras und Getier übergehen. .

Profi Robert B. Fishman meint zum Bild von Thyl Sieber :

Die Sonnenuntergangsstimmung ist hier mit der Spiegelung der Sonne im Wasser sehr schön eingefangen. Leider ist der rechte, dunkle Bildrand sehr «abgesoffen«. So ist dort überhaupt keine Struktur mehr im Wald zu sehen. Gut 1/3 des Fotos sind damit für den Betrachter verloren, die große dunkle Fläche erdrückt den den Rest des Bildes und zerstört seine Wirkung. Das hätte sich vermeiden lassen:

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Ralph Mecke:
Unter der schönen Oberfläche

Weil wir gerade bei den Rencontres d’Arles waren, wo Modeschöpfer Christian Lacroix für den fotografischen Schwerpunkt sorgt: In Berlin ist derzeit Modefotografie von Ralph Mecke zu sehen, die unter die schöne Oberfläche geht.

Ralph Mecke: Luca in Barbados

Ralph Mecke: Luca in Barbados


Ralph Mecke: Luca in Barbados

“Einen jungen Meister der Modefotografie” zeigt nach ihren eigenen Angaben die Galerie Camera Work jetzt bis zum 26. Juli. Der in Berlin geborene und heute in Paris und New York lebende Ralph Mecke erlangte mit Veröffentlichungen seiner Portraits von Intellektuellen und Kultur-Ikonen in der französischen Vogue Bekanntheit.

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Umgebungsporträt:
Spontan oder gestellt

Umgebungsporträts sind Aufnahmen von Menschen, die in eindeutigem Kontext zur Umgebung stehen und damit dem Bild eine Aussage geben. Wird ein solches Bild gestellt, sollte es perfekt inszeniert werden; ist es spontan, dann verlangt es dem Fotografen viel ab.

Max Gindt

Max Gindt


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Max Gindt). – 400TX durch Canon A1 bei 28mm

Kommentar des Fotografen:

Das Leben in der belgischen Hauptstadt soll sich hier wiederfinden. Mit einer geometrischen Konstruktion und einer, dem Moment gewidmeten, Aufnahme habe ich versucht das zu erreichen.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Max Gindt:

Wenn dieses Bild als eine Art Hommage an ‘Kiss by the Hôtel de Ville’ von Robert Doisneau gestellt war, dann gibt es viele Dinge, die hätten verändert werden können. War es jedoch ein spontanes Foto, dann hätte der Fotograf wahrscheinlich nicht viel verbessern können, ohne den Moment zu verpassen. Dann geht’s nur darum:

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“Mäandern” in München:
Weite der künstlerischen Freiheit

In München wird in vielfältiger Weise der 200. Geburtstag der Akademie der Künste begangen. Die Galerie f5,6 zeigt dazu aktuelle Foto- und Video-Arbeiten von vier Studenten: “mäandern”.

Kilian Blees: Lalhung, 2006

Kilian Blees: Lalhung, 2006


Kilian Blees: Lalhung, 2006

Der Ausstellungstitel “mäandern” soll den Weg der Studenten ausdrücken: Sie “mäandern” während ihrer Ausbildung durch die Weiten der künstlerischen Freiheit – ganz gemäß der Münchner Akademie, wo es keinen bestimmten Lehrplan gibt.

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Spiegelungsbilder:
Chaos verlangt Planung

Glänzende Objekte zu nutzen, um Reflektionen in Fotos zu erzeugen, kann viel Spaß machen und interessante Effekte hervorrufen. Die Resultate können allerdings sehr unvorhersehbar sein und verlangen viele Experimente.

Sandro Steinmann

Sandro Steinmann


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sandro Steinmann). – Leider keine Exif-Daten

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Sandro Steinmann:

Bei diesem Foto ist mein größtes Problem, dass es einfach zu vollgepackt ist – nichts leitet unser Auge von einem Punkt zum nächsten. Der Blick wandert durch das Bild, ohne recht zu wissen, wo er hingleiten soll. Abstraktion kann eine gute Sache sein, aber sie sollte niemals im unbeabsichtigten Chaos enden. Zumindest nicht in der Fotografie. Eine deutliche Aussage ist deshalb mit der Abstraktion zu verknüpfen.

Spiegelungen sind eine dankbare Spielwiese für Bilder, die zum Nachdenken anregen und zuerst dem Auge, dann dem Gehirn des Betrachters etwas abverlangen:

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Rencontres d’Arles 2008:
Seltene Vögel in der Provence

Die Rencontres d’Arles 2008 startet jetzt mit der Eröffnungswoche von 8. bis 13. Juli. Die Ausstellungen sind aber noch bis 14. September zu sehen – und allemal einen Trip im vielleicht anstehenden Urlaub wert.

Seltene Vögel: Logo der Rencontres d'Arles 2008

Seltene Vögel: Logo der Rencontres d'Arles 2008


Seltene Vögel in der Provence: Logo der Rencontres d’Arles 2008

Die Rencontres suchen sich alle zwei Jahre einen Gastkurator und haben sich 2008 den Modeschöpfer Christian Lacroix ausgewählt – auch einer der “seltenen Vögel”, wie Rencontres-Präsident Francois Barré bemerkt. Lacroix’ Fotografen-Auswahl ist freilich keine Modenschau geworden, sondern zeigt deren subjektive Versionen vom Leben: “von Identität, Anwesenheit, Abwesenheit, Leben, Leere, von gestern, jetzt, hier und anderswo”, wie Christian Lacroix selbst erzählt.

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Kornfeld im Weitwinkel:
Nah und weit zugleich

Die Weite eines dramatischen Himmels und ein reifes Kornfeld reichen bei kleiner Brennweite für ein stimmungsvolles Landschafts-Stilleben – solch ausgewogene Bilder brauchen allerdings einen oder zwei kompositorische Widerhaken, um nicht nach der ersten Betrachtung schal zu werden.

Horst Fuchs: Kornfeld mit Mohnblüte

Horst Fuchs: Kornfeld mit Mohnblüte


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Horst Fuchs). – Nikon D300 – 1/640s – f/8 – ISO200 – 10mm (15mm)

Kommentar des Fotografen:

Aufgenommen habe ich dieses Bild auf dem Heimweg von der Arbeit. Der zerrissene Himmel und die bereits goldenen Weizenhalme zeigten für mich ein richtiges Sommerbild auf. Als Farbtupfer habe ich noch eine Mohnblüte eingefügt, die leider nicht an dieser Stelle wuchs.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Horst Fuchs:

Dies ist eines dieser Bilder, die auf den ersten Blick (und in geringer Auflösung wie auf dem Kamera-Monitor, auch jenem einer D300) den Wow!-Reflex auslösen – den sie dann bei näherer Betrachtung allerdings nicht oder nur knapp einhalten können.

Wirklich gut gelungen ist der Kontrast aus den Ähren im Nahbereich – die den Betrachter gewissermassen in der Nase kitzeln – mit dem durch die winzige Brennweite verzogenen, weiten Himmel. Ich liebe diesen Effekt:

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