Abstrakt oder konkret:
Das Auge fesseln

Einfache, klare Linien oder komplexe Bezüge von Flächen und Licht machen nicht selten bereits ein gutes Bild – vor allem in Schwarz/Weiss. Häufig entpuppt sich die Bildidee nach der Umsetzung aber als zu schwach.

Manfred Huszar

Manfred Huszar


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Manfred Huszar). – Olympus E-400 – 1/320s – f/8 – ISO 100 – 29mm (58mm)

Kommentar des Fotografen:

Eine banale geöffnete Schranke, oder nicht doch ein Zeichen dafür, dass es einmal verboten war diese Dinge dort zu tun, und es einfach vergessen wurde, wie so vieles, diese eine Schranke wieder zu schließen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Manfred Huszar:

Ich beneide Fotografen, die ein Auge für einfache Bilder haben. Häufig machen einfache Licht/Schattenspiele oder eben Farbkontraste die besten Fotografien. Diese Motive muss man nicht nur erkennen können, sondern auch noch den Mut haben, sie abzulichten.

Aber manchmal reicht das eben nicht ganz:

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Gerhard Vormwald:Das zweite Gesicht der Dinge

Im Kölner Forum für Fotografie zu sehen: Gerhard Vormwald ab 17. April – Arbeiten mit Fotografien seit 1985.

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Gerhard Vormwald: Wassergitter, Düsseldorf 2002

Der Düsseldorfer Professor für Fotografie will uns das “zweite Gesicht der Dinge” zeigen – ihre Beziehungen untereinander und im Raum, scheinbar schwerelos manchmal und oft irritierend. “Die Autonomie der Dinge” – so lautet der Titel der Ausstellung – und das soll uns vorgaukeln, dass die Dinge ein Eigenleben führen.

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Leserbilder in der Profi-Kritik:
Jenseits des Porträts

Warum stellen wir uns unter “Porträt” fast nur passfotoartige Bilder vor? Bisweilen sagt ein stimmungsvolles Bild mehr als klare Gesichtszüge.

Jeannine Jentsch

Jeannine Jentsch


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jeannine Jentsch). Pentax K100D – 1/1500s – f/4.0 – ISO 200 – 40mm (62mm)

Kommentar der Fotografin:

Die Serie mit meiner jüngeren Schwester habe ich letzten Sommer an einem See aufgenommen. Ich wollte den Übergang vom Kind-Sein zum Erwachsenwerden zeigen, die Nachdenklichkeit, die ebenso Kindern wie Erwachsenen eigen ist.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Jeannine Jentsch:

Die Nähe ist extrem, die Stimmung melancholisch; das wichtigste Merkmal des menschlichen Gesichts, die Augen, sind nicht zu sehen, und der Fokus liegt dicht vor dem Gesicht. Würde man dies als Beschreibung eines Porträts hören, ohne das Bild zu kennen, dann würde man wohl von einem verunglückten Foto ausgehen. Hier ist das Gegenteil der Fall:

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Fotomuseum Winterthur:
Erstes Stück der “Jedermann Collection”

Im letzten Jahr erwarb das Fotomuseum Winterthur die sogenannte “Jedermann Collection” aus Amerika und zeigt nun ein erstes Stück davon.

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Cindy Sherman: Untitled Film Still # 22, 1978 – Sammlung Fotomuseum Winterthur

Neben der “Jedermann Collection” (bis 12. Oktober) ist in Winterthur zur Zeit auch die Retrospektive zu Eugéne Atget zu sehen (bis 25. Mai). Auf diese haben wir bei fokussiert.com bereits hingewiesen, als sie in Berlin lief.

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Leserbilder in der Profi-Kritik:
Große Tiefe, wenig Nähe

Ein Urlaubsbild leuchtet einem vom dem Bildschirm entgegen. Kräftige Farben, gestochen scharfe Konturen, große Tiefenschärfe. Wunderbar. Nur: Weniger wäre mehr.

Copyright Thomas Schäubli

Copyright Thomas Schäubli


Leserfoto: Sardischer Strand (© Thomas Schäubli). Canon PowerShot A85 – 1/1000s – f/3.5 – 3 – 5.4mm (35mm)

Profi Robert B. Fishman meint zum Bild von Thomas Schäubli:

Die klare Luft, der Sonnenstand (am Morgen oder Nachmittag) und die Farben der Landschaft lassen das Motiv kräftig leuchten: Blau, starkes grün und scharfe Kontraste, sehr viel Schärfentiefe. Ich spüre die Frische der Luft.

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Low Key und High Key:
Von gruselig bis romantisch

Ein Foto hat immer schön von schwarz bis weiß alle Helligkeitsstufen abzudecken? Nicht unbedingt. “Low Key” und “High Key” ist eine bewußte “Fehlbelichtung”, um bestimmte Stimmungen im Bild zu erzeugen.

Low Key-Aufnahme W.D.Roth

Low Key-Aufnahme W.D.Roth


Blende 6,3 und 1/500 s bei Sonnenuntergang sind mit ISO 100 eindeutig viel zu knapp, um noch irgendetwas in der Landschaft erkennen zu können. Doch das war hier auch gar nicht gefragt: Es ging darum, das Glühen der untergehenden Sonne hinter dem sie verdeckenden Haus festzuhalten, so wie es das Auge fasziniert hatte. Dazu war es auch wichtig, den Weißabgleich nicht auf Automatik, sondern fest auf Tageslicht einzustellen. Eine Low-Key-Aufnahme, in der große Teile des Bilds Schwarz erreichen, aber kein Bildpunkt Weiß. (Bild: W.D.Roth)

Gründe, von der automatischen Belichtung der Kamera abzuweichen, wurden ja bereits früher genannt. Nun ist die weiße oder schwarze Katze allerdings kein besonderer künstlerischer Aspekt, die Belichtung höher oder tiefer einzustellen, sondern nur die Korrektur einer technisch unzureichenden Messung. Es gibt allerdings durchaus Gründe, aus künstlerischen Gesichtspunkten die Belichtung vom Standardwert abweichend vorzunehmen:

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Kamera-Regenschutz:
Kata und OP/Tech im Test

Zwei Schlechtwetter-Hüllen für Spiegelreflexkameras: Dem Regen haben sowohl das Nylon-Edelstück von Kata als auch die ultrabillige Notfallhülle von OP/Tech etwas entgegenzusetzen. Nur setzen sie auch dem (Zoom-) Fotografen ein bisschen was entgegen.

Kata Kameraregenschutz

Kata Kameraregenschutz

optech Rainseleeve

optech Rainseleeve


Kata Element Cover E-702/690 und OP/Tech Rainsleeves: Schön müssen sie nicht sein. (Alle Bilder PS/fokussiert.com)

Schlechtes Wetter heisst nicht immer schlechte Fotos – im Gegenteil: Regenwetter hat seine Qualitäten. Allerdings nicht für die Kamera. Die mag in der Regel kein Wasser, und die elektronischen Rechenzentren, die wir heute mit uns rumschleppen, schon gar nicht. Wir haben zwei Regenschütze für SLR-Kameras ausprobiert, und gewannen einige erkenntnisse, auch wenn der Hauptdarsteller im Test fehlte: » weiterlesen

Adobe Lightroom:
Doch noch eine Version 1.4.1

Lightroom: Update ready!

Lightroom: Update ready!

Adobe hat das Update auf Lightroom 1.4.1 freigegeben.

Nach massiven Problemen mit der Version 1.4 ihres Aperture-Konkurrenten Lightroom hat Adobe jetzt die geflickte Version des Updates fertiggestellt. Es steht ab sofort (mit kleinen Einschränkungen, sie unten…) Zum Download zur Verfügung. Die Ankündigung allerdings dürfte den Programmierern etwas peinlich sein:

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Olaf Otto Becker:
Im Schlauchboot vor Grönland

Olaf Otto Becker legte in einem kleinen Schlauchboot etwa 4000 Kilometer vor der Westküste Grönlands zurück – meistens allein. Mit einer Großformatkamera (8×10 Inch) fotografierte er diese Küste des Eises und der Gletscher. In der Münchner Galerie f5,6 sind seine Bilder bis zum 13. Juni zu sehen.

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Olaf Otto Becker: Ilulissat Icefjord 6, 07/2003, 69°11’58’’ N, 51°07’08’’ W

Mit seinem kleinen Boot erreichte Becker fast den 75. Nördlichen Breitengrad in der Melvillebucht. Für manche Nordpol-Expedition vor 100 Jahren war da schon Schluss.

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Leserbilder in der Profi-Kritik:
Wie die Ente im Wasser

Bildkomposition, aber auch die Wahl der Belichtung und Blende sind Dinge, die ein Fotograf erlernen kann. Mit der Übung kommt die Selbstverständlichkeit, die für künstlerische Arbeit vorausgesetzt werden muss.

Jürgen Toth

Jürgen Toth


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jürgen Toth). – Kodak CX7530 – 1/125s – f/4.6 – 16.8mm (102mm Kleinbild)

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Jürgen Toth:

Im Englischen gibt es ein Sprichwort: «He took to it like a duck to water.« (ungefähr: “In seinem Element sein”). Dies bedeutet, dass jemandem alles zufällt, was er tut.

Wie überall gibt es auch in der Fotografie Menschen, die eine Kamera zur Hand nehmen, sofort Fotos mit interessanten Kompositionen und Themen machen und sogar die Belichtung entsprechend ihrer Vorstellung korrekt wählen. Das bedeutet nicht, dass solche Naturtalente keine Übung brauchen oder die technischen Aspekte der Fotografie nicht erlernen müssten. Aber je mehr Erfahrung man hat, desto weniger muss man sich beim Fotografieren den Kopf zerbrechen, was geht und was nicht. Im Moment, als ich diess Foto sah, wusste ich, dass nur ein paar wenige Schritte dieses Bild viel interessanter gemacht hätten:

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