Steinert und die Jungen:
Die Absage an die Wirklichkeit

Otto Steinert, Begründer der Subjektiven Fotografie, trifft auf junge Fotografen, die sich von der Darstellung der Wirklichkeit verabschiedet haben. Die beiden parallelen Ausstellungen in der Erfurter Kunsthalle bieten direkte Vergleichsmöglichkeiten.

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Otto Steinert: “Die eiligen Touristen”, 1950er Jahre
Copyright Stefan Steinert, Essen; Courtesy Galerie Kicken, Berlin

Otto Steinert setzte den “subjektiven Gestaltungswillen” des Fotografen über die Bemühungen, eine Wirklichkeit möglichst getreu abzubilden. Auf diesem Weg sind heute viele Fotokünstler, darunter ganz ausdrücklich die Gruppe unter dem programmatischen Namen “Absage an die Wirklichkeit”. Dazu bedienen sie sich der digitalen Möglichkeiten, die Otto Steinert nicht mehr erleben konnte – er starb im Jahr 1978.
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Leserbilder in der Profi-Kritik:
Die Unterschiede im Ausdruck

Zwei Bilder vom gleichen Standort, aber mit radikal verschiedener Aussage: Wie die Komposition den Ausdruck verändert.

Ingrid Menz

Ingrid Menz


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Ingrid Menz). – Sony Ericsson K810i – 1/6400s – f2.8

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Ingrid Menz:

Diesmal sehen wir uns zwei Fotos an, die ihrer Erscheinung nach zwar ziemlich verschieden sind, aber auch sehr viel gemeinsam haben. Beide wurden von einer Person mit derselben Kamera gemacht, und zwar am selben Tag, unter denselben Bedingungen, im Zeitraum von einer Viertelstunde . Beide Bilder zeigen vereiste Zweige.

Trotzdem unterscheiden sie sich sehr in Bezug auf die Komposition, das Gefühl und die Atmosphäre, die sie vermitteln:

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Fingerübungen – Wasser und Bewegung:
Ein Sonntag am Golden Gate

Die Digitalfotografie ermöglicht es, mit “Fingerübungen” als Autodidakt ganz ohne Anleitung viel zu lernen, wozu früher eine Materialschlacht nötig gewesen wäre. Sechs Erkenntnisse aus einem Freizeit-Shooting.

Nikon D200, Nikkor AF 80-400 ED VR, ISO 100, 270mm (305mm), f/5.3, 1/2500s

Nikon D200, Nikkor AF 80-400 ED VR, ISO 100, 270mm (305mm), f/5.3, 1/2500s


Drei der 300 Bilder werde ich behalten, das ist eins davon. Nikon D200, Nikkor AF 80-400 ED VR, ISO 100, 270mm (305mm), f/5.3, 1/2500s (Alle Bilder © Peter Sennhauser/fokussiert.com)

Ein ganz normaler Sonntag in San Francisco: Die Touristen stauen sich auf der Golden Gate Brücke, die Surfer in den Wellen darunter. Sie sind ein exzellentes Übungsmotiv für einen Amateur, weil sie dynamische Motive abgeben, aber viele Anforderungen stellen: Tempo, Distanz, Wasser – auf alles muss man sich technisch und kreativ einstellen. Und was kann man in zwei Stunden wilder Knipserei bewusster Übungsfotografie lernen? Ich habe sechs konkrete Erfahrungen gemacht:

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Leserbilder in der Profi-Kritik:
Kalt und grossartig trostlos

Einsame Tristesse des Winters in Schwarz/Weiss. Eine längere Verschlusszeit hätte mit weicherem Wasser noch mehr zur Stimmung beigetragen, der Weitwinkel hingegen ist vielleicht ein bisschen zu viel.

Pascal Witzig

Pascal Witzig


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Pascal Witzig). Canon EOS 400D – 1/320s – ISO 200 – 17mm

Kommentar des Fotografen:

Datum: 24.12.2007 Ort: Berlingen/Thurgau Ein verlassener Bootssteg

Profi Joachim Graf von Arnim meint zum Bild von Pascal Witzig:

Tolle schwarz/weiss-Aufnahme. Mich hat dieses Bild sofort angesprochen, und ich würde es auch in meinem Wohnzimmer aufhängen.

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Canon Ixus 860 IS im Test (2/2) – Zittern ist out, Weitwinkel in

Canons Ixus 870 IS ist eine typische Kompaktknipsbox. Die manuellen Einstellmöglichkeiten sind stark beschränkt, die Schärfentiefe ist durchwegs hoch. Aber ihr Weitwinkel-Tele und der hervorragende Bildstabilisator ermöglichen dennoch mehr kompositorische Freiheit als viele andere Kompakte.

Die Models warten ungeduldig

Die Models warten ungeduldig


Canon Ixus 870 IS-Test: Die Modelle warten ungeduldig aufs Shooting. “Manueller Modus”, ISO 200, 1/4s (!), f5.6, 14.7mm (90mm KB).

Alle folgenden Bilder sind unveränderte Aufnahmen aus der Ixus 860 IS (US-Modell: Powershot 870 IS), verkleinert auf 800Pixel Kantenlänge. Alle Fotos: PS/fokussiert.com

“Am Ende hängt immer noch alles von zwei Dingen ab: Verschlusszeit und Blende”, hat mir ein Foto-Seminarleiter vor ein paar Jahren erklärt. Das ist vielleicht richtig – aber just diese beiden Grössen lassen sich schon lange nicht mehr an jeder Kamera einstellen – auch nicht an der Ixus 860 IS:

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Patrick Presch:
“das lässt sich nur noch filmen”

Die Düsseldorfer Galerie Mikro widmet sich dem Fotografen-Nachwuchs: Aktuell ist dort eine Ausstellung von Patrick Presch zu sehen – noch bis zum 2. April.

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Patrick Presch: o.T. [staub], 2007

«das lässt sich nicht mehr malen, das lässt sich nur noch filmen« – unter diesem Titel ist Preschs Werkgruppe zusammengefasst, aus der die Galerie Mikro erstmalig Arbeiten zeigt. «Filmen« – das meint hier alle möglichen Formen der apparativen Abbildung: vom fotografischen Wand-Bild über die Monitordarstellung bis zur Videoprojektion. Presch will damit gegenüber dem Ausdruck der Malerei unterscheiden, der direkt durch Farben und Formen entsteht.

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Nikkor PC-E 24mm 1:3,5D ED:
Schräge Sache

Nikons PC-E – Objektive für Spiegelreflexkameras ermöglichen Tilt/Shift-Operationen für die Korrektur von stürzenden Linien und Tiefenschärfe-Effekte (Anti-Scheimpflug).

PC-E NIKKOR 24mm f3 Tilt/Shift Antischeimpflug Objektiv

PC-E NIKKOR 24mm f3 Tilt/Shift Antischeimpflug Objektiv


Lens, Baby! Das neue Nikkor-Tilt/Shift-Objektiv PC-E 24mm 24 mm 1:3,5D ED schwenkt das Linsensystem bis zu 8.5 Grad in zwei Richtungen. (Bild Nikon)

Um ehrlich zu sein: Ich wusste nicht mal, dass es Tilt/Shift-Objektive für Spiegelreflexkameras gibt. Ich glaubte, die Anti-Scheimpflug-Technik sei den Fachkameras mit flexiblem Balg oder den “Lensbabies” (als Behelf für Amateure, die sich keine Fachkamera leisten können) vorbehalten.

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Bielefelder Studenten:
“Romantische” Fotografie

 

Fotografie-Studenten der FH Bielefeld beschäftigten sich zwei Semester lang mit der Romantik. Das Kölner Forum für Fotografie zeigt eine Auswahl der Arbeiten unter dem Ausstellungstitel “fragment.romantik”.

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Milena Carstens, Ohne Titel, 2007

Vor rund 200 Jahren forderte der Dichter Novalis: «Die Welt muß romantisiert werden.« Er meinte damit ein «Hinaufstimmen« kraft der eigenen Phantasie, um die Zumutungen seiner Gegenwart aushalten zu können, teilt das Forum für Fotografie mit. Seither habe «das Romantische« meist in schlechten oder unsicheren Zeiten Konjunktur – und zwar bis heute, was zum Beispiel Rüdiger Safranski mit seiner Studie zur Romantik als einer «deutschen Affäre« zeigte.

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Leserbilder in der Profi-Kritik:
S/W – Form, Tonwert und Fläche

Schwarz-Weiss-Fotografie kann Dramatik vorspiegeln, wo keine ist – oder bewusst zur Betonung von Elementen eingesetzt werden, die in Farbe untergehen. Der Blickwinkel dieses Bildes ist fast klassisch Bauhaus.

Chikatze

Chikatze


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Chikatze**). – Leider keine Exif-Daten vorhanden

Kommentar des Fotografen:

“Gehry-Haus” Nikon D50 | 31.März 2007 | Düsseldorf Medienhafen ISO 200 | 55 mm | f/8,0 | 1/25 Sek.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Chikatze**:

Dies ist die Sorte Foto, die so gut wie jeder, der je eine Kamera in der Hand hatte, schon ein mal gemacht hat. Der Inhalt des Bildes ist nicht wirklich das Wichtige:

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Kyle Cassidy:
Bewaffnetes Amerika

Der Bildband “Bewaffnetes Amerika” zeigt US-Bürger, die mit ihren Waffen stolz für den Fotografen posieren. Ein Blick in ein dem Europäer in diesem Punkt fremdes Land.

Bewaffnetes Amerika Titel

Bewaffnetes Amerika Titel

Seit Michael Moores “Bowling für Columbine” wissen wir, daß Amerikaner gerne Waffen im Haus haben – nicht nur das Militärgewehr wie in der Schweiz, sondern alles vom Revolver bis zum Bärentöter. Nein, nicht alle Amerikaner – nur manche. Aber die gibt es tatsächlich. Der seit 1999 freiberuflich tätige Kyle Cassidy war im Präsidentschaftswahlkampf 2004 erstmals als fotografischer Waffeninspekteur unterwegs.

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